Fink – und wir denken an Sandalen

Dasselbe Album mindestens viermal nacheinander durchhören, das jeden Tag mehrmals, ich glaube, das geht unter Sucht. Nun ja, bin ich halt süchtig nach „Resurgam“ von Fink.

Obwohl ich sagen muss, dass „Looking Too Closely“ (2014) für mich nach wie vor der ewig ungeschlagene Fink-Song ist. Ich mag es halt eingängig, gerne auch mainstreamig und weniger sperrig als etwa „Resurgam“, der Titelsong der neuen Platte. Die Nummer erinnert mich zum ersten Mal seit 25 Jahren wieder an das Kirchgemeindehaus in Langnau und die vielen Bibelfilme, die ich da im Rahmen der kirchlichen Unterweisung gesehen habe.

„Resurgam“, und damit meine ich nun das gesamte Album, verlangt mir mehr ab als alles, was mir von dem Briten davor bekannt war. Ich denke auf einmal an eine übergrosse gewobene Wand-Arche-Noah, während ich zu seiner Musik bisher in erster Linie stumm vor mich hin emotionierte und allerhöchstens mich selbst in den herzzerreissendsten Gemütslagen vor Augen hatte. Auch tanze ich plötzlich viel mehr anstatt beduselt ins Leere zu starren. Allerdings auch irgendwie komisch: Erdig, und gleichzeitig groovy, ich kann es nicht recht definieren. Ihr dürft es euch aber gerne anschauen, nächsten Sonntag im Bierhübeli.

Ist „Resurgam“ („Ich erstehe auf“) spiritueller als andere Fink-Alben? Ich weiss es nicht, und vielleicht werde ich Finian Paul Greenall, wie der Singer-Songweiter, DJ und Musikproduzent aus Brighton eigentlich heisst, nächsten Sonntag im Interview fragen. Apropos DJ, auf „Resurgam“ gibt es neben den biblisch-Sklavenblues-mässigen Tönen und einer Art konstant esoterischem Hauch auch Nummern wie „The Determined Cut„, die dann eher wieder ans Clubben erinnern.

Oder subtil an David Bowie:

Lange habe ich mich nicht mehr so sehr auf ein Konzert gefreut wie auf jenes von Fink. Da fällt mir ein: Wir verlosen Tickets.

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FINK: RESURGAM, out (Ninja Tune Records)

LIVE: 27.10., Les Docks, Lausanne / 29.10., Bierhübeli, Bern / 30.10., Dynamo, Zürich

(Bild: Facebook)

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