Schon fast operesk oder: Wie Marlon Williams von links kam

Spotify, kann ich nicht. Ich höre im Büro den ganzen Tag Youtube. Weil die Nebengeräusche so auch verschwinden – und ganz unverhofft Neuseeländer wie Marlon Williams in Erscheinung treten. 

Zwischen Outlook und ein paar Textfenstern lasse ich auf meinem Bildschirm immer eine kleine Lücke frei, damit ich auch von den Videos was mitbekomme. Vor einigen Tagen tanzte so auf einmal ein langer Typ in Badehose, Socken und Schuhen von links hinter dem offenen Mail hervor. Klingen tat er wie Elvis. Wie ich später in einem Interview gelesen habe, hatte er diesem Schmelz in der Stimme schon immer nachgeeifert.

Seither bau ich mich mit „What’s Chasing You“ von Marlon Williams auf. Die Welt ist in Ordnung, solange wir uns so bewegen wie er. Und das sollte nicht allzu schwierig sein.

In der High School hatte der Sohn eines Punkmusikers mit seinen Schulfreunden und dem Wissenschafts-Lehrer eine Band namens The Unfaithful Ways. Schon die war geil. Später spielte der Singer/Songwriter mit den Yarra Benders wilde Countrysongs. Oder er war solo unterwegs, trug weiterhin Country, Bluegrass, Blues, Folk im Herzen. Zwischenzeitlich coverte er Nina Simones „When I was A Young Girl mit einer Stimme, die manchen vielleicht too much ist, weil zuweilen fast schon operesk. Nicht aber mir. Denn Williams hat ein sehr feines Gespür dafür, wann so ein klassisches Vibrato bis ins Innerste berührt und wann es zu cheesy wird.

Kleiner Exkurs: Marlon Williams ist ein enger musikalischer Freund von Delaney Davidson. Die beiden haben 2014 das preisgekrönte Album „Sad but True: The Secret History of Country Music Volume 1“ veröffentlicht. Davidson ist wie Williams Neuseeländer, lebt aber schon ewig in der Schweiz. Hier war er beispielsweise mit Reverend Beatman auf Tour und spielt bei der Beerdigungsband The Dead Brothers. Alles durch Zufall herausgefunden, nachdem Williams auf meinem Bildschirm strandete. Auch, dass er im April nach Zürich kommt. Vielleicht in der Badehose, vielleicht aber auch so:

Oder eher eso:

MARLON WILLIAMS: „Make Way For Love“, out (Dead Oceans)

LIVE: 25.04. Bogen F, Zürich

(Bild: Internet)

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