15: Bim Coiffeur bini gsässe

„Bim Coiffeur bin i gsässe vor em Spiegel, luege dry.“ Diese Liedzeile Mani Matters kommt mir in den Sinn, wenn ich an die ersten Begegnungen mit Micha Sportelli denke. Damals, vor gut 15 Jahren in Biel, sass ich im Coiffeur-Stuhl und schaute dem flinken jungen Mann hinter mir zu, wie er meine Haare schnitt. Schon damals redeten wir über Musik. Über Bieler Bands und deren Songs.

Seit diesem Tag im Coiffeur-Salon ist mir Micha immer wieder begegnet. Mit seiner Ibanez spielte er zeitweise in Bands, die ich gut kannte, später als Solo-Act und mit neuer Gitarre. Micha war immer wieder auf Plakaten zu sehen. Man hörte von neuen Projekten und wir zahlten Crowdfunding-Beiträge für CD-Projekte.

Plötzlich entdeckte ich in Biel einen neuen Coiffeursalon. „Figaro Sportelli“. Ob Micha die Musik aufgegeben hat und nur noch auf seinen gelernten Beruf setzt?

Natürlich nicht! Nach einer ruhigen Phase ist er mit neuen Songs zurückgekommen. Hat – noch unter dem Namen „Figaro Sportelli“ –  die EP Near and Distant herausgebracht und Konzerte gespielt. Dieses Jahr etwa am Montreux Jazz Festival, wo er den Publikumspreis der UBS gewann.

Anfang nächstes Jahr bringt er ein neues Album heraus. Unter dem Namen „Sportelli“. „Das ist aussagekräftig genug, da brauchts weder Vor- noch Künstlernamen“, sagt er. Auch seine Musik ist nicht überladen. Man hört ihn und seine Gitarre. Mit einer einprägsamen Stimme singt er sanfte und doch intensive Indie-Popsongs. Sie sollen sein Publikum berühren und innehalten lassen, wie er sagt.

Beim Coiffeur sitzen und in den Spiegel schauen kann man bei Micha nicht mehr so einfach. Nur selten ist er heute noch im Salon anzutreffen. Sportelli setzt auf Musik.

Er ist dieses Jahr noch live zu hören. Am Songbird Festival spielt er ein Doppelkonzert mit unserem altbekannten Shem Thomas. Wir verlosen 2×2 Tickets – hier.

(Bild: zvg)

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