2. Stille Nacht, mystische Nacht

Fast ebenso selten wie eine perfekt sitzende Jeans sind Alben, bei denen rundum alles passt. Die Basler Band Amorph hat der illustren Reihe mit „Where We Grow Tongues“ ein Werk hinzugefügt. 

Im Juni 2016 spielten Amorph an einem Festival in Lörrach den Hauptact an die Wand. Nach zehn Jahren Instrumentalmusik hatten sie erst kurz davor Julian Zivy als Sänger in die Band geholt. Einen, der sich in das Soundgebilde aus Synthie, Gitarre und Schlagzeug einfügte wie ein weiterer Stern ins Firmament. Einen, der den amorphschen Hang zur Zurückhaltung teilt, oder diese scheinbar natürliche Selbstverständlichkeit, dass die Musik im Vordergrund stehen sollte und nicht das Theater. Bis heute ist mir dieses Konzert als eines der mitreissendsten in Erinnerung geblieben. Und die Band als eine der unaufgeregtesten.

Inzwischen haben die Basler, die sich trotz rarer Live-Auftritte weitherum einen Namen gemacht haben, endlich ein Album herausgegeben und einen Tourplan zusammengestellt. Ganze viermal sind sie vor Weihnachten noch zu sehen – unter anderem am 8.12. in der Cafete in Bern.

Passend zur Adventszeit soll letzteres ein Wunschkonzert werden. Ihr dürft Amorph in den nächsten Tagen also lange gehegte Träume wie ein Fussballspiel gegen den Drummer oder ein Shot mit dem Sänger äussern, kreative Inputs und auch Fragen schicken (mail@rockette.space – wir leiten weiter) oder diese auf unserem Facebookprofil oder in der Kommentarspalte deponieren. Was geht, wird realisiert. Ausserdem hat Keyboarder Alain Schnetz hoch und heilig versprochen, nach der Cafete-Show auf Wunsch Dekolletés und Hinterteile zu bemalen oder zumindest bei einem Bier darüber zu diskutieren.

Ganz klassisch verlosen wir aber auch noch zwei Vinylausgaben des kürzlich erschienenen Albums „Where We Grow Tongues“. Ein Werk mit sechs fünf- bis neunminütigen Abdriftsongs, die den Winternächten die Mystik zurückgeben, die blinkende Lichtinstallationen gerne zerstören.

AMORPH: „WHERE WE GROW TONGUES“, out (Irascible Music)

LIVE: 08.12. Cafete, Bern; 13.01. Coq d’Or, Olten

(Bild: Amorph)

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