Spassfakten zu Other Lives

Über Musik schreiben ist ja ein bisschen wie über Wein reden: bringts irgendwie nicht so. Bei Other Lives könnte ich jetzt zum Beispiel seitenlang die atmosphärische Qualität ihrer Songs loben, das Filmische, Soundtrackartige beschreiben, die entrückte Stimme erwähnen, das Orchestrale an den Songs, die Melodiosität, den Hall, den dicht geknüpften Klangteppich in Worte fassen, und ich könnt mir danach ein wenig selber auf die Schulter klopfen, weil ich ein Mensch bin, der geile Musikkritikerwörter wie „Melodiosität“ und „Klangteppich“ benutzt.

Aber mal ehrlich, wer wollte das lesen?

Deshalb hier lieber ein paar Geschichten zu Other Lives, damit ihr was wisst über die, wenn ihr morgen im Mascotte oder am Mittwoch im Fri-Son ans Konzert geht. Was ihr übrigens solltet. Die knüpfen nämlich live einen ganz fantastischen Klangteppich. (Hihi. Nein, ohne scheiss, ich hab die damals an der Bad Bonn Kilbi gesehen und sie waren gut.)

  1. Radiohead sind Other-Lives-Fan. Als die Band auf ihrer ersten Europatournee in Oxford spielten, kamen etwa 30 Leute, darunter halb Radiohead. Die Amerikaner durften dann für die Engländer die Vorband geben auf deren Nordamerika-Tournee, und Thom Yorke hat einen Remix von „Tamer Animals“ gemacht. (Man nennt Other Lives nun auch „Radiohead für Arme“, was ein bisschen fies ist, aber auch ein wenig treffend, wie jeder gute Witz.)
  2. Bon Iver hat Other Lives ebenfalls eine Weile lang mit auf Tour genommen.
  3. Im Oktober wurde der Van der Band in Berkeley gestohlen. Mit ganz viel teurem Equipment drin. Glücklicherweise sind sie scheint’s versichert.other lives stolen van
  4. Der ausgesprochen langweilige Song „Black Tables“ kam in einer „Grey’s Anatomy“-Folge vor. Wobei ja fängs jede Band, die mal einen halben Hit in Moll hatte, schon einmal in einer „Grey’s Anatomy“-Folge gespielt wurde. Deshalb ist das eigentlich nichts Besonderes (hilft aber bestimmt sehr beim Berühmtwerden).
  5. Eigentlich sollten sie im November mit Belle and Sebastian durch Europa touren. Aber weil B&S-Leadsänger Stuart Murdoch nicht näher spezifizierte gesundheitliche Probleme hatte, wurde die ganze Tour abgesagt.
  6. Und dann waren sie auch noch ausgerechnet am Abend des 13. November mit Freunden und Familie in Paris.
  7. Die Mutter von Sänger Jesse Tabish war Klavierlehrerin, und er spielte schon früh, hörte dann aber an jenem Punkt auf, an dem alle Kinder damit aufhören (kenn ich irgendwoher). War aber immer neidisch, weil seine Mutter so gut spielen konnte. Irgendwann fing er an, Gitarre zu spielen. Und als er das erste Mal Nirvana hörte, „so mit 11, 12“, verspürte er erstmals das Reissen, eigene Songs zu schreiben. Er unterrichtete sich auch selbst in Musiktheorie. Später gab er selber Gitarrenunterricht.
  8. Die frühen Songs waren nur instrumental.
  9. Other Lives hiessen ursprünglich Kunek. Dann änderten sie die Besetzung – und den Namen. Was „Other Lives“ bedeute, damit will die Band in Interviews irgendwie nicht so rausrücken, der Name sei bewusst „vage“ und soll „offen für Interpretationen“ sein.  Well. Die sind ja keine Engländer, sonst fänd ich dieses Inspirationsquelle noch schön: Der „Guardian“ hat eine Rubrik namens „Other lives“. Darin erscheinen Nachrufe, aber nicht auf Berühmtheiten, sondern auf ganz normale Menschen. „Other lives“ halt.

(Bild: Other Lives/Christal Angelique)

 

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