3. Dezember: Ho, ho, ho

simonho

Es gibt Alben, die sind von derartiger Schönheit, dass man sich erst einmal flach auf den Boden legen und sich ganz ganz viel Zeit lassen muss. Um die Wucht zu fassen. Und auch, weil sich die Brust zusammenzieht, und das Herz, wie sonst nur beim Blick in die schönsten Augen der Welt, für einen Moment stehen bleibt. Ich spreche von Musik, die man sich anhört, wenn einem die Tränen aus Gründen eh schon zu vorderst stehen, und es nur noch einen letzten Impuls braucht, um sie fliessen zu lassen. Musik, die auf wünschenswerte Weise erschüttert.

Der Berner Pianist und Komponist Simon Ho hat vor zwei Wochen genau so ein Album getauft. „Bruxelles“ heisst es und ist eine Hommage an seine Wahlheimat Brüssel. So hört man Schritte in den nächtlichen Strassen, vorbeischwirrende Fliegen, drei Sprachen, wunderschöne Texte, vertonte Stimmungen, die Hoffnung, Heiterkeit und ebenso Schwere vermitteln. Und man hört allem voran die unbeschreiblich berührende Blues-Stimme des Berner Schriftstellers Michael Fehr („Simeliberg“), die all die Bilder im Kopf ganz weit ins Gemüt reinkratzt.

Das Gegenteil von Jingle Bells, und dennoch ein treffsicheres Weihnachtsgeschenk.

SIMON HO: „BRUXELLES“, out (atomiumverlag)

(Bilder: Rockette (Titel), Facebook Simon Ho)

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  • Es gibt Plattenkritiken, die sind von derartiger Schönheit, dass man sich erst einmal flach auf den Boden legen und sich ganz ganz viel Zeit lassen muss. Um die Wucht zu fassen. Und auch, weil sich die Brust zusammenzieht, und das Herz, wie sonst nur beim Blick in die schönsten Augen der Welt, für einen Moment stehen bleibt.

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