Annalogie zum Leben

Die „Tatort“-Schauspielerin Anna Loos hat ihr erstes Solo-Album herausgegeben. Es bringt einen an Orte, an die man vielleicht gar nie hinwollte. Und noch viel weiter.

Sarah, mittlerweile erfolgreiche Kleinstadtbloggerin, war bei Rockette nicht nur eine super Musikjournalistin, sondern auch immer eine strenge Textproduzentin. „No games with names“ bläute sie uns zum Beispiel wiederholt ein. Deshalb habe ich auch ein bisschen ein schlechtes Gewissen bei diesem Titel, ich konnte aber nicht anders. Das erste Solo-Album von Anna Loos ist tatsächlich eine Analogie zum Leben – zu ihrem und zu unserem. 

 

Bis letzte Woche kannte ich ja Anna Loos gar nicht. Ihren Mann auch nicht, und diese Unkenntnis rührt daher, dass ich nie „Tatort“ schaue. Sagt Miriam. Anna Loos und Jan Josef Liefers spielen da nämlich mit, also sie vielleicht nicht mehr, ich weiss es nicht, sie war ja zwischenzeitlich auch noch in Weissensee. Item. Kennen hätte ich Anna Loos auch sollen, weil sie seit Jahren mit der Band Silly unterwegs war, jetzt aber nicht mehr. Anna Loos hat ein Soloalbum herausgebracht. Das mich ganz fest rührt. 

„Ich hab den Startschuss schon gehört, doch da, wo ihr hinrennt, macht für mich keinen Sinn“

Woher kommen diese schönen Worte? Woher diese schönen Melodien? Woher diese Wahrheiten?

„Lass uns den Mut von Helden borgen (…) wir machen uns leicht.“

Das ist aus „Mut Von Helden“, und ich meine: Will man da nicht gleich wegfliegen? Ich schon.

„Ich glaub, ich bin kaputt. Willst du mich reparieren?“

Die Frage aus „Kaputt“ erledigt sich während des Liedes. Weil es schon stimmt: Sich reparieren kann man eigentlich nur selber, oder? 

Ihre Songs erzählen von ihr und ihrem Leben (das in der DDR begonnen hat. Kurz vor dem Mauerfall gelangte die Brandenburgerin über Ungarn und Österreich zu ihren Verwandten bei Hamburg. Mich beeindruckt das wahnsinnig). Es gibt ganz viele Liebeslieder auf dem Album, und Worte der Trauer, sie singt von Freude und Glück und so. Und das klingt jetzt alles eher banal, ist es aber nicht. Selbst wenn der Titel „Werkzeugkasten“ lautet, was, sind wir ehrlich, ein bisschen an Forrest Gump erinnert, die box of chocolates. Ah, na und? Dann ist es eben so. Ein Spiegel des Lebens. Das ist gute Musik ja immer. 

Aber nicht immer regt sie einen so zum Nachdenken an. „Manche schreiben Bücher, ich schreibe Songs“, soll Anna Loos gesagt haben. Leute, ich hoffe, sie schreibt noch ganz, ganz viele. Nachdenken tut ja manchmal ganz gut.

Hier übrigens noch mit Ehemann:  

ANNA LOOS: „WERKZEUGKASTEN“, out now (BMG Music Publishing)

(Bild: zvg)

 

 

 

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