Auf der Webb-Seite

Ihr kennt das: hier was anfangen, da was anfangen, nichts beenden, sich immer schlechter fühlen. So ging es mir die letzten zwei Wochen. Und dann kam(en) Methyl Ethel aus Perth.

Ich hatte bereits einen Satz über den Schotten James Yorkston geschrieben. Von ihm erscheint am 22. Februar das bezaubernde Album „The Route To the Harmonium“. Da sind Songs drauf, die hauen dich weg. „My Mouth Ain’t No Bible“ beispielsweise, eine dermassen mitreissende Nummer (in der Yorkston nicht singt, sondern fast schon predigt), dass man total vergisst, wie geil schon nur der Songtitel ist. Oh, davon gibts ein Video! Spannend ist James Yorkston aber auch, weil er Bücher schreibt. 2011 ist eins über sein Tourleben erschienen. Es heisst „It’s lovely to be here – The Touring Diaries of a Scottish Gent“ und kann in unserer Buchhandlung (im Moment noch per Mail an: mail@rockette.space) bestellt werden.

James Yorkston: „The Route To the Harmonium“, 22.02. (Domino Records)

Dann hatte ich bereits einen Satz zum zweiten Album der Genfer Band Cold Bath, „Something Left“, geschrieben. Keinen guten, darum sag ich hier nur: Die easy Indie-Pop-Gruppe ist spannend, sie ist aus der Westschweiz, ich will sie unbedingt live sehen, aber über sie schreiben kann ich beim besten Willen grad nichts Prickelndes. Hier aber immerhin das Video zu „Common Days„.

Cold Bath: „Something Left“, out (Som Squad Records)

Und dann kam mir „Triage“, das neue Album der australischen Dream-Psych-Pop-Band Methyl Ethel in die Hände. Korrekterweise müsste man sagen: des Musikers Jake Webb, denn Methyl Ethel ist eigentlich nur im Studio, live und in Videos eine Band. Jedenfalls war meine Blockade schlagartig gelöst. Etwas ähnliches ist mir vielleicht zuletzt vor gopfertami haargenau drei Jahren passiert, als ich in den Anfängen von Rockette unter Schreibkomplexen leidend die Kanadier Yukon Blonde entdeckte (und ihnen in meinem Swiss-Mannmannmann-Awards-Post den Klotz für den Best Act International verlieh). Die beiden Bands verbindet vieles, der Synthie-Sound, der stark an die 80er erinnert, dieser magische Androgyn-Glam, die Bilder, die sie mit ihrem Sound erzeugen. Meistens solche von einer Autofahrt durch die Stadt, oder am Meer entlang, oder mitten durch eine Disco … Hauptsache viiiiel Drive.

„Ubu“ ist zwar ein älterer Song (2017), aber so catchy, dass ich kaum aufhören kann, ihn mir anzuhören und allen Menschen davon zu erzählen. Bitte:

 

Why’d you have to go and cut your hair?
Why’d you cut your hair?
Why’d you have to go and cut your hair?
Why’d you cut your hair?
Why’d you have to go and cut your hair?
Why’d you cut your hair?
Why’d you have to go and cut your hair?
Why’d you cut your hair?
Why’d you have to go and cut your hair?
Why’d you cut your hair?
Why’d you have to go and cut your hair?
Why’d you cut your hair?
Why’d you have to go and cut your hair?
Why’d you cut your hair?
Why’d you have to go and cut your hair?
Why’d you cut your…

Dieser Text…

I love Jake Webb

Zurück zu „Triage“. Das dritte Album von Jake Webb und seiner Band ist vielleicht noch ein bisschen traumhafter als seine Vorgänger „Oh Inhuman Spectacle“ (2015), „Everything Is Forgotten“ (2017). Was nun aber nicht unbedingt heissen soll, dass es abwechslungsreicher, sexier oder erfrischender ist. Nein, es ist eben traumhafter, wie ein 80er-Jahre-Sounddunst oder die Vorstellung von sich in einer Serie. „Synth-Pop für Ghostbuster-Fans“ schrieb „musikblog.de“ und ich musste laut herauslachen. Denn es ist: so.wahr. Und auch, dass der Song „Post-Blue“ von Muse stammen könnte.

Aber das ist ja nichts Verwerfliches …

Deshalb verweise ich hiermit auf das Video zu „Real Tight“ und höre mir jetzt auch noch das neue Album von Money For Rope an. Das sind ebenfalls Australier, aus Melbourne, und sie nennen ihren Sound Psych-Rock. Diese Tendenz muss auf der anderen Seite der Welt gerade irgendwie trendy sein. Ich persönlich finds aber gar nicht so wahnsinnig psych, für mich klingt das eher nach ziemlich klargeistigem Rock’n’Roll. Aber eben, ich fange ja auch erst gerade mit Eintauchen an. Das Album „Picture Us“ erscheint übrigens am 8. März (Haldern Pop Recordings).

Methyl Ethel: „Triage“, out now (4AD) – Schweizer Konzerte gibts im Moment leider keine, ich habe schon gefragt.

(Bilder: Methyl Ethel forever)

Tags:

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.