LeRiches Aufheben der Schwere

An Neufundland kommt man nicht einfach so vorbei. Macht nichts. Neufundland kommt manchmal einfach so bei uns vorbei. 

LeRiche kommt aus einem Kaff in Neufundland. Port Aux Basques heisst es, und einst ging nicht weit davon entfernt die Titanic unter. Zufällig bin ich mal dort gestrandet, und ich weiss, warum jemand, der an diesem schönen, aber einsamen Flecken aufgewachsen ist, so schöne, nach Einsamkeit klingende Musik schreiben kann: Weil es sonst nichts zu tun gibt! Also natürlich schon, chasing cars zum Beispiel in der Hauptstadt St.John’s. Doch sagen wirs so: Auch die liegt jetzt nicht gerade am Weg.

LeRiche erzählt in seinen Songs Geschichten, rezitiert Gedichte oder singt von unwichtigen und sehr wichtigen Dingen im Alltag, von den Bergen, die einen manchmal fast erschlagen, von Naturwundern und Menschen, die lieben und hassen und traurig sind: Er macht also das, was Singer-Songwriter halt so machen. Trotzdem haben die Songs von LeRiche etwas, das andere nicht haben. Eine Leichtigkeit und eine Schwere, die sich nicht konkurrieren, sondern aufheben. Ein bisschen wie die Landschaft der Insel, von der er kommt.

LERICHE: „X-DREAMER“, out: 23.11. (popup-records / Soulfood / Believe)

KONZERTE nur in Deutschland. Obwohl man vielleicht ab und zu die Website checken muss – wer weiss.

(Bilder: Rockette)

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