Reim auf Schmerz

 

Hey, in der Schlagerwelt reimt sich „Herz“ auf „Schmerz“! Und „mir“ auf „dir“! Unglaublich! Und so schlecht, dass man dem neuen Album von Beatrice Egli 0 von 4 Punkten gibt. Weil: Wer so doofe Reime macht, hat nix anderes verdient.

Hmmm? Ich bin jetzt auch nicht Beatrice Eglis grösster Fan. Weil mir die Musik nicht zusagt. Und die Texte auch nicht so, denn die sind einfach aufgebaut, ein Lied, ein Thema (unpolitisch!), und idealerweise kann man dazu so wippen und schunkeln, das ist glaubs das Konzept von Schlager. Bei Helene Fischer übrigens reimt sich auch so einiges, „Atemlos durch die Nacht / Bis ein neuer Tag erwacht“, nur so als Beispiel. Oder: „Alles was ich bin, teil’ ich mit Dir (…) Komm nimm’ meine Hand und geh’ mit mir“. Weder Helene Fischer noch Beatrice Egli sind mein Ding (wobei – am Herzschmerz kanns nicht liegen, ich liebte Hans Rudolf Kunze und „Dein ist mein ganzes Herz/ Du bist mein Reim auf Schmerz“). Aber das von Schlagerfans. Wohl alles Gurkensandwiches! Was ich sagen will: Warum besprechen, wenn man etwas so unspritzig findet? Wenn man es doch lassen oder besser: eine anständige Kritik schreiben könnte, vielleicht auch ohne ausgelutschte Attribute wie „Metzgerstochter“?

Noch so: Noel Gallagher, wann trittst du im Musikantenstadl auf?  „All your dreams are made, when you’re chained to the mirror and the razorblade“
(aus: „Morning Glory“). Ah, blöd, Musikantenstadl gibts ja gar nicht mehr. Wohl wegen der hohen Reimdichte.

(Bild: Pressebild/ Ausriss aus der Sonntags Zeitung )

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