Bruce Springsteen und die Palladio-Parallele

Gestern Abend habe ich im Letzigrund dreieinhalb Stunden lang Bruce Springsteen angestarrt 30 Jahre Altersunterschied würden mich in diesem konkreten Fall nicht stören. Und dabei an Sam Palladio gedacht. Ja, meinen Nashville-Liebling Gunnar Scott, über den ich schon seit Rockette-Start schreiben will. Wie ich nur konnte? Bruce Springsteen erinnert total an Sam Palladio beziehungsweise umgekehrt, obwohl Palladio nicht in den USA, sondern in Grossbritannien born ist und bisher auch nicht annähernd einen Boss-Status erlangt hat, wahrscheinlich nie erlangen wird.

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Aber die Countrymusik verbindet die beiden, neben den Äusserlichkeiten. Bis Anfang der 80er-Jahre, als Bruce Springsteen sein Album Nebraska in seinem Schlafzimmer aufnahm, was man irgendwie heraushört, war er stark davon beeinflusst. Mit den Jahren klopfte er sich den Country (sehr wahrscheinlich mit seinem berühmten rechten Arm für grosse Gesten) ab und räumte der Rockmusik aber auch Folk, Blues und Gospel mehr Platz ein. Im Letzigrund hat er übrigens das ganze Spektrum geboten. Er spielte ja auch lange genug, um Songs aus seiner gesamten jahrzehntelangen Bühnenkarriere unterzubringen.

Lustigerweise wurde es mir an diesem Monsterkonzert nie langweilig. Im Gegenteil, es war ein Abend der besten Unterhaltung und der folgenden Erkenntnisse:

  • Ich bin ein Bruce Springsteen-Fan
  • Ich kenne mehr Songs von ihm als ich dachte
  • Er sieht mit seinen 66 Jahren einfach grossartig aus
  • Schwarze Jeans, schwarzes Shirt, schwarzes Gilet, schwarzer Schal mit feinen weissen Streifen, schwarze Mittli – sollte man sich als sexy Herrenoutfit unbedingt merken
  • Warum er „Shout“ covert, werde ich nie verstehen, er hat doch selber genug Brennmaterial auf Lager
  • Ich werde die Autobiografie „Born To Run“, die Ende September inklusive Soundtrack „Chapter And Verse“ erscheint, entgegen meinem kürzlichen Rausposaunen doch lesen und losen
  • The Boss!

Nur kurz zurück zu Sam Palladio: Dieser hat sich von Berufes wegen dem dreamy Country verschrieben. Als Solokünstler (es soll eine – für mich absolut unauffindbare – EP von ihm geben) mag ers auch mal zauseliger, zackiger. Springsteeniger, würde ich sagen. Jetzt, wo ich den US-Rockchef endlich live gesehen habe und am Stammtisch mitreden kann.

(Bilder: Facebook/Cheezburger/Twitter)

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