Das kann man mal Crossover nennen

Ein einziges Mal ist es vorgekommen, dass ich beim Ansehen eines Musikvideos unbedingt wissen wollte, wer es gedreht hat. Das war beim Clip zu „Through My Street“ von Rio Wolta. Was erstaunlich ist, denn an Baustellen gehe ich in der Regel im Schnellschritt vorbei, verspüre null Faszination für das Treiben da. Doch ich würde jetzt mal behaupten, dass 22 000 der fast 23 000 Klicks, die der federleichte Tanz zweier tonnenschweren Bagger auf Youtube hat, von mir stammen.

Worauf ich hinaus will: Piet Baumgartner, der Berner Filmemacher hinter allen meinen liebsten Musikvideos und Rio Wolta haben erneut zusammengespannt und sich etwas Faszinierendes ausgeheckt: MASCHINEN. Es stehen also wieder grosse Brummer im Mittelpunkt. Aber auch kleine und all die mechanischen Geräusche, die die Gefährte, Konstruktionen und Roboter so von sich geben. Alles in allem muss man sich unter MASCHINEN ein Musikvideo vorstellen, das in Wahrheit gar kein Video ist, weil es nicht im Netz gefangen, sondern quasi in Freiheit, also live zu erleben ist. „Wir wollen aus dem engen Youtube-Format ausbrechen“, sagt Piet Baumgartner. Freiheitsdrang, können wir von Rockette sehr gut nachvollziehen .

Nicht falsch verstehen: „Maschinen“ ist auch nicht einfach ein Konzert, sondern „eher ein Kunststück“. Eine Mischung aus überdimensionalen Bildern, Livemusik und Schauspiel (dafür zuständig: Rahel Hubacher). „Wir versuchen, einen Sog zu schaffen und das Publikum in eine andere Sphäre zu bringen“, so Piet Baumgartner. Das klingt spannend für all diejenigen, die auf Performancekunst und Multimedialität stehen. Aber auch für reine Rio-Wolta-Fans, die von ihm Bekanntes und neu Konzipiertes zu hören bekommen.

MASCHINEN: ist noch ein paarmal zu sehen. Eine spätere Wiederaufnahme ist geplant. Und weils so schön ist:

(Bild: Stefan Tschumi)

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