Delightful Dana

 

Es lag ja schon lange in der Luft. Durch das offene Fenster im dritten Stock wehte Danas Stimme vor vielen vielen Sommern schon runter in die engen Gassen der Bieler Altstadt und machte diese weiter, heller. Dazu ihre Gitarre, mal traurig, mal aufmüpfig, Klein-Dana schliff an Riffs, an Texten, ihrem Englisch, übte unermüdlich, wobei üben eigentlich das gänzlich falsche Wort ist. Seit sie 11 ist, nimmt die Bielerin Gesangsunterricht, und seit noch länger wird sie mit ihrer Musik erwachsen und gross. Heute ist Dana 18. Sie trägt ihre Gitarre auf dem Rücken durch die Stadt und den Hut stolz auf dem Kopf, auf dem Gesicht ein Grinsen, breit und heiter, doch spürt man: da ist noch mehr, ein bisschen tiefer unten. In knapp 20 Jahren haben eben nicht nur Flausen und Freuden Platz, sondern auch: Schmerz. Liebeskummer. Zukunftsängste. Sorgen um Freunde und Familie. Endlosschlaufen-Gedanken über den wenig erbaulichen Zustand unserer Welt.

Dana legt über diese wilde Landschaft der Gefühle einen wundervollen Klangteppich. Sie steigt nicht mit Bauchweh und bleichem Gesicht aus der Achterbahn, wie das für Menschen in ihrem Alter oft üblich ist, sondern scheint den Wagen achtsam auf und ab zu steuern. Was ihr im Leben zu viel wird: deponiert sie in der Musik, die gleichzeitig Trickkiste, Schatzkammer und Kraftquelle ist. Wow!! denkt man da schnell mal, das junge Geschöpf hat schon so viel begriffen, wo führt das noch hin?!

B) ©Hugo Rust Live Chessu Biel 2

 

Für ihre Musik pendelt Dana zwischen Gymi in Bern und Jobben in der Beiz, zwischen Gesangsstunden und Bandproben, zwischen Biel und London, ihrer Lieblingsstadt. So oft wie möglich kratzte sie in der Vergangenheit Geld und Zeit zusammen, um sich in der Musikmetropole inspirieren, von ihr hin- und mitreissen zu lassen. Dort und andernorts bringt sie ihre Gedanken auf Papier, schreibt die Lieder, mit denen sie ihrem Publikum mit einem Maximum an Charme und Sinnlichkeit auf der Bühne schmeichelt. Inspiriert von Grössen wie Bill Withers oder Joss Stone („aber das sind nicht Vorbilder, ich mache meine eigene Musik!“), serviert die Singer-Songwriterin warmen Acoustic Pop mit ganz viel Soul und ein bisschen Funk – und ganz viel einfach nur schön! Das durfte sie letzten Sommer am Buskers in Bern unter Beweis stellen, und 2014 war der Einzug ins Finale des Kleinen Prix Walo Bestätigung für ihr beseeltes Jungtalentendasein.

Doch es braucht halt auch Schtutz für eine Karriere. Dass es genügend Leute gibt da draussen, die an Delightful Dana glauben, bewies die Crowdfunding-Aktion vom letzten Winter. Innert Kürze waren die nötigen Mittel da für: Ihre Debüt-EP „Dana“. Am 5. Februar erschienen, fünf Kompositionen sind drauf, federleicht und weich, was auch sonst. „Als hielte ich alle meine Träume, Mutproben, Begegnungen, Glücksmomente, (Freuden-)Tränen und Abenteuer auf einmal in meiner Hand“, schrieb Dana auf ihrer Homepage. Stolz sei sie und dankbar, „erfüllt von Vorfreude auf alles, was kommt.“

Man kann sicher sein: Da kommt noch ganz viel.

 

DANA BURKHARD: „DANA“, Sophie Records/ Irascible;

Plattentaufe: 12.02.2016, LeSinge, Biel

(Bilder: Dana)

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