Der Brite und die Flamenco-Gitarre

Bei Charlie Cunningham trifft typisch englische Melancholie auf andalusisches Gitarrenspiel. Der Singer-Songwriter kommt mit seinem neuen Album „Permanent Way“ für zwei Konzerte in die Schweiz. Und eins noch: „Tapas“. Hä, was „Tapas“? Einfach „Tapas“, ich liebe Tapas. 

Charlie Cunningham ist mir aus zwei Gründen auf Anhieb sympathisch: Erstens ist er Engländer, die haben bei mir immer einen Stein im Brett, zweitens er hat über zwei Jahre lang im andalusischen Sevilla gelebt. In die stolze Stadt im Süden Spaniens habe ich mich bei einem Besuch vor ein paar Jahren verliebt.

Warum? Da wären zum Beispiel die traumhafte, vielfältige Architektur, die köstlichen Tapas, das ganzjährig warme Klima, die Tapas, die Lebensfreude der Menschen, die Tapas, die Handwerkskunst und habe ich die Tapas schon erwähnt?

Charlie Cunningham hat sich während seiner Zeit in Sevilla natürlich nicht den Tapas, sondern vor allem der Musik gewidmet. Sevilla ist nämlich (neben den Tapas) die Hochburg des Flamenco. Überall in den Lokalen und auf den Strassen tanzen feurige Damen und zupfen stolze Herren inbrünstig an den Saiten ihrer Akustikgitarre. Inspiriert davon, wollte Charlie Cunningham sein eigenes Gitarrenspiel verfeinern. Er schiebt die Nachtschicht in einem Hostel, verdient sich so das Geld für den Flamenco-Gitarrenunterricht und eignet sich schliesslich einen ganz eigenen Stil auf der akustischen Gitarre an. Charlies andalusisch angehauchtes Gitarrenspiel und sein very British melancholischer Gesang, ergeben eine einmalige Mischung.

Diesen Sommer hat Charlie Cunningham mit „Permanent Way“ sein zweites Album veröffentlicht. Er eröffnet es mit dem Titelstück und singt: „You can do what you want, but I’m making my own way“. Der Klang seiner Stimme hallt in meinen Gedanken nach und lullt mich irgendwie ein. Wie auch schon auf seinem Debüt „Lines„, 2017, macht Charlie Musik zum sich darin verlieren. Musik und Texte, die tief gehen, wenn man es denn zulässt. 

 

Cause there’s doors to open still in your mind
You’ve got places that you still need to find („Sink In“)

Here, but won’t be for long
Just ‚til that certain song comes on („Don’t Go Far“)

Und mein persönlicher Favorit: „Headlights“

Gemeinsam mit seiner Band ist Charlie Cunningham aktuell auf Europa-Tour und macht dabei auch in Lausanne und Zürich Halt.

CHARLIE CUNNINGHAM: «Permanent Way», out (Infectious Music/BMG)

LIVE: 08.10., Les Docks, Lausanne; 09.10. Mascotte, Zürich (ausverkauft), 10.03.2020, Salzhaus, Winterthur.

(Hauptbild: Peter Banks; GIFs: www.giphy.com)

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