Du kommscht da nicht dran vorbei

Nach der verdienten Klatsche an mich selbst (wegen Spätentdeckung der Band High On Fire) fand die CD „Electric Messiah“ den Weg in meinen Briefkasten. Dass das Stoner-Metal-Trio mit seinen Songs die erhobene Augenbraue auslöst, wurde bereits erläutert. Nun folgt die Review der im Oktober 2018 erschienenen Platte. Here we go:

Der Opener „Spewn From The Earth“ haut – wie wir in Nidwalden sagen würden – „schomal ordili inä“. Übersetzt heisst das: Der Opener haut ordentlich rein. Schöner Trash-Metal mit rumpelndem Drum-Einsatz und dazugehörigem Gitarrensolo. Es folgt mit „Steps Of The Ziggurat/House Of Enli“ ein Zehnminüter, der als Titelmusik des Films „300“ brillieren würde. Der Song dröhnt heroisch in den Ohren. Der dritte Song, derselbe Titel wie das Album, eröffnet mit einem Riff à la Motörhead, das jedem Fan dieser Band die Augen funkeln lässt. Die Huldigung an Lemmy ist definitiv gelungen und hinterlässt auf den funkelnden Augen eine verdickte Augenwasser-Schicht, die kurz davor ist, die Wange runterzukullern. Ach Lemmy, wir vermissen dich! Warum musstest du nur von uns gehen?! Sorry, muss schnell ein Nastüechli holen.

Also, weiter gehts mit der US-Band High On Fire. Das Album drückt nach vorne, gnadenlos und ohne Halt. Mehr Metal als Stoner fliesst hindurch, doch Stücke wie „Sanctioned Annihilation“ begnügen diejenigen, die mehr auf der Stoner-Seite leben: Die verzerrte Gitarre und der rollende Aufbau des (erneuten) Zehnminüters müssen live wie eine Wand daherkommen. Auch das oben genannte „300“-Stück dürfte für den Stoner-Fan zu einem positiven Gemüt führen. Aber ein bisschen überrumpelt wird man von den drei Jungs trotzdem. Mit der ungesund rauchig und kaputt klingenden Stimme des Frontmanns Matt Pike werden die Stücke noch dreckiger, als die Musik sonst schon ist. Du magst den Lemmy? Du magst Metal und/oder Stoner? Du magst eine abgefuckte Stimme, wie Tom Waits sie hat? Dann kommst du an High On Fire nicht vorbei.

Kurzum: Der neueste Streich mit neun Liedern von High On Fire knüpft dem Vorgänger „Luminiferous“ direkt an. Wobei gesagt werden muss, dass alle acht Alben brillieren. Man kann sich getrost alle Tonträger reinziehen und wird nicht enttäuscht. Danke! Ein Halleluja darauf!

HIGH ON FIRE: „Electric Messiah“, out (eOne Music)

 

GUESTLIST: Aline Hug, Nidwaldnerin in Bern, geht stets all in – das passt zum Namen wie ein Stempel auf die Stirn. Die Helden: Lemmy Kilmister, Jimi Hendrix, Jim Morrison. Mag: Konzerte, CDs, unangebrachten Humor, viel Metal. Und viel Nicht-Metal. Und so.

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