Einmal Panther Sour, bitte!

Zugegeben – der Glitzer bröckelt langsam, der Haarspray hält auch nicht mehr so gut wie früher und auch der Spassfaktor war zu Beginn der Karriere von Steel Panther noch weitaus grösser. Mit der neuen Single „Wasted Too Much Time“ ist Steel Panther aber wieder einmal ein echter Brüller gelungen, schliesslich lässt sich doch glatt Maskenmann Corey Taylour im dazugehörigen Video im Glam-Boy-Look entdecken.

Waren das noch Zeiten, als die hier schreibende Rockette im knappen Lederteilchen in der ersten Reihe im Volkshaus stand und sich von Gitarrist Satchel partout nicht dazu überreden lassen wollte, ihre Boooooobs zu zeigen. Was überraschenderweise ein nicht kleiner Teil des weiblichen Parts des sonst als eher als apathisch und prüde verschrienen Schweizer Publikums an diesem Abend nur all zu gern tat.

 

Wie oft im Leben kann man auch in den 2010er Jahren noch den Glam-Faktor der 80er-Jahre spüren, und ein Backstage-Bambi sein, das darauf wartet, eingelassen zu werden und sich zur Not mit physischen Attributen eine Eintrittskarte zur Band sichert? Ein Steel-Panther-Konzert hingegen schien zuweilen aus den braven Schweizerinnen Nudistinnen zu machen, die gar auf der Bühne gerne ihre Boobs herzeigten. Nach den ersten, lange erwarteten Shows von Steel Panther– übrigens als Metal Skool bereits viele Jahre vor ihrem Mainstream-Durchbruch ein bekanntest Hollywood-Phänomen – konnte man jeweils auf den Social-Media-Kanälen von Michael Starr und Co. Bildmaterial sichten, dass zeigte, wie überhaupt nicht prüde die Schweizerinnen sich backstage so benehmen können.

Legendär auch die Schlagzeile „US-Rocker diffamieren prominente Schweizerinnen“, nachdem Steel Panther für das Rckstr Mag ihre Meinung über „unsere“ Promi-Frauen kund taten. Oder das weltweit beachtete Interview der Kollegen von Musig Pub TV, das derart voller tief gestapeltem Humor strotzend und auf noch tieferem Niveau angesetzt war, dass es für ein ganzes Uncut-Special gereicht hat.

Nach so vielen Jahren wird man der Glam-Funny-Dummy-Sex-Masche der musikalisch nach wie vor ausgezeichneten Amerikaner aber irgendwann irgendwie müde. Nach x Live-Shows kennt man die Spässe der Rocker, und wer die Spass-Nummer jetzt noch neu findet, der hat in den letzten Jahren ziemlich viel verpasst.

Mit ihrem neuen Song und dem dazugehörigen Video ist den Panthers dann aber doch wieder mal ein absolutes Highlight gelungen:

Die sexfixierten Spassvögel konnten für „Wasted Too Much Time“ den als eher ernst bekannten Slipknot- und Stone-Sour-Fronter Corey Taylor inklusive Band gewinnen, der sich – Verkleiden kennt er ja schon – ,ohne sich um seinen Ruf fürchten zu müssen, gleich mal ins Glam-Rock-Outfit geschmissen und in bester Steel-Panther-Manier für das neue Video rumgekaspert hat. So machen Steel Panther noch Spass – die Masche wird nie alt. Als Band mit Gaststars sind sie schliesslich einst bekannt geworden, und entgegen der Sex-Fun-Nummer wird die Mischung aus 80ies-Sound und Star-Auftritten niemals langweilig. Mehr davon!

Und zur Erinnerung hier noch ein Best-of der Gastauftritte bei Steel Panther:

(Bild: Facebook)

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