Yellowitz ist wieder da

Benjamin Yellowitz ist auf Schweizer Tournee. Im Berner Ostring, seiner Homebase in dieser Zeit, fühlt er sich bei seinem zirka dritten Besuch schon fast wie zu Hause. Bloss in den örtlichen Plattenladen will der Londoner Singer-Songwriter partout nicht. Da ist dem Digital Native nicht wohl.

Yellowitz konsumiert Musik, seit er 17 Jahre alt ist, via Spotify. Erst vor wenigen Jahren habe er zum ersten Mal eine LP auf einen Plattenspieler gelegt. Der Musiker wohnt und arbeitet zwar in London in einem alten Lagergebäude, doch was das Musikhören angeht, mag er es modern.

Das eins der Themen, die wir anschnitten, als wir uns die Tage zu einem kleinen Quartierrundgang trafen. Sehr spontan, muss man sagen, denn ich machte gerade einen Mittagsschlaf, als Yellowitz anrief und meinte, das sei das allererste Mal, dass er 15 Minuten zu früh am vereinbarten Treffpunkt sei. Ich hatte weder von einer Uhrzeit noch von einem Ort eine Ahnung, war aber sofort da. Wir sind dem Missverständnis nicht nachgegangen, haben es: vergessen.

Denn, so nachdenklich seine Texte sein mögen, so eigenbrötlerisch sein Sound, mit Benjamin Yellowitz, der Person, hat man es in erster Linie einfach lustig. Und zwar vom ersten Moment an. Es ist wenig überraschend, dass der Engländer mindestens einen Viertel des Jahres on the road ist und anstatt in Unterkünften lieber bei Freunden auf Sofas oder am Boden schläft. Er ist der fleischgewordene Überschwang.

Benjamin Yellowitz und Kerrta Sylvia Muona

So verbindet ihn auch mit Kerrtu Sylvia Muona eine von Humor und Bewegung geprägte Freundschaft. Die Pole Tänzerin, deren Trainingsstange sich im selben Lagergebäude befindet, in dem Yellowitz lebt, steht nicht zufällig gerade jetzt vor der Bäckerei Röthlisberger, wo sie ihren riesigen Koffer im Auge behält, während wir Kaffee holen. Sie hat ihre Jobs in der Schweiz so gelegt, dass sie sich in Bern treffen können. Sylvia will am Abend auch das Doppelkonzert mit Veronica Fusaro im Rössli besuchen. Und mit Yellowitz tanzen.

Das sei es, was sie ständig täten, wenn sie sich sehen, erzählt Yellowitz. So auch in seinem neuen Video, das vermutlich im April erscheinen wird. Dort tanzen Benjamin und Sylvia mit verbundenen Augen durch Londons Innenstadt – a crazy experience.

So hopp, es gibt noch drei Gelegenheiten, Benjamin Yellowitz in der Schweiz zu sehen. Sie wahrzunehmen sei euch herzlich empfohlen. Welche Energie auch immer den Multiinstrumentalisten zu seinen edgy Singer-Songwriter-Songs und seinen unterhaltsamen Bühnenshows antreibt – es ist eine positive. Kein Merchandise, keine übermässigen Effekte, nicht einmal eine Band braucht der Musiker, um in Erinnerung zu bleiben. Und hört man sich an dem Abend in der Rössli Bar um, so sind einige im Publikum regulars. Sie schauen also jedes Jahr vorbei, wenn Yellowitz mal wieder in Bern rumtanzt.

 

 

LIVE: Heute Abend, Citrons Masqués, Yverdon-les-Bains; 17.03. Matte Brennerei, Bern; 18.03. Konzepthalle 6, Thun (Brunch).

(Bilder: Facebook / Rockette)

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