… euer Jessi Bradshaw

Nachdem abgesehen von der Rockette-Redaktion keiner eine Psychoanalyse der aktuellen und ehemaligen Treekillaz“-Mitglieder gewünscht hat: eine Psychoanalyse der aktuellen und ehemaligen Treekillaz“-Mitglieder. Teil 1 dreht sich um Frontmann Tinu und Heimweh-Bassist Res, wie immer aus der Sicht von Gitarrist und Rockstar-Tagebuch-Autor Jessi.

 

10.01.2017

Tinu. Ihm könnte ich ein eigenes Buch widmen, so vielschichtig und eigensinnig ist er. Wir haben ja früher zusammen Eishockey gespielt und Tinu hatte im Mannschaftsbus immer die grösste Klappe und am lautesten gejohlt. Eines Tages fragte ich ihn, ob wir zusammen eine Band gründen wollen und los gings. Ich, der Metaller, er der Punk.

Tinu macht eigentlich immer genau das, was keiner erwartet, und ab und zu hat er einen extrem trockenen Humor. Bis zu seinem Achillessehnenriss (mehr dazu im Tagebuch-Archiv) war er auch stuntmässig ganz gut drauf. In Langnau sprang der Idiot aus einer Art Luke auf das Publikum*. Es war der Moment, in dem ich vor dem inneren Auge das Zeitungsinserat „Band sucht Sänger mit Ambitionen“ sah. Tinu wurde aber auch des öfteren als arrogant bezeichnet, was eine eine komplett falsche Einschätzung ist. Er hat einfach nicht immer und überall alle gern. Und im Gegensatz zu uns Weicheiern zeigt er das auch. Am liebsten sind ihm Leute, die ihn von hinten anfassen, da reagiert er extrem wohlwollend und mit ganz viel Liebe. Alles in allem ist folgendes sicher: Tinu ist hierzulande einer der ganz wenigen Frontmänner, die diesen Namen auch verdienen. Er lebt und atmet die Bühne, und das ist gut so.

*Wär nid gumpet isch ke Tiger:


Res ist unser erster und – nach siebenjähriger Babypause – aktueller Bassist. Er ist viel jünger als wir und seinerzeit von seinem Bruder empfohlen worden. Heute fällt das ja nicht mehr so ins Gewicht aber damals war er mit seinen 18 Jahren ein richtiges Küken, oder war er 17? Keine Ahnung mehr, auf jeden Fall hatte Res ewig lange eine Spange und sah auf der Bühne einfach geil aus. Er ist so unglaublich Rock’n’Roll, meistens mit Kippe im Mundwinkel, und gleichzeitig ein ganz sanfter Typ mit zuvorkommender Art. Wir verstanden uns immer gut und auch musikalisch liegen wir gar nicht weit auseinander. Ich bin froh, haben wir nach dem Weggang von Chabi den guten alten Res zurückholen können. Sein einziges Manko: Er vergisst im Laufe der Zeit immer wieder seine Bass-Parts und spielt dann im „Chrut“ rum. Aber hey, das macht er ja dann wieder wett mit seiner breitbeinigen Bühnenpräsenz.

Für Fans: Alle älteren Posts von Jessi findet ihr im Tagebuch-Archiv.

(Bilder: Jessi / www.concerts-live.ch)

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