Ez tüend denn wieder so geil Zäh weh – Teil 2

Freunde der harten Riffs kommen im Juni kräftig zum Headbangen. Kaum ist das Greenfield Geschichte – wobei unsere Bläuele und Mose vom Slipknot-Konzert noch sehr lebhaft vom Wochenende erzählen – steht auch schon das Rock The Ring vor der Türe. Mit Underskin haben wir einen Act auf dem Weg dorthin begleitet. 

Dank spätabendlichem Stau auf der Autobahn habe ich auf der Rückfahrt von Rümlang nach St.Gallen massig Zeit, laut (also so richtig laut!!) die Songs der Setlist von Underskin fürs Rock The Ring mitzusingen. Ich muss schon ein bisschen plöffe, dass ich schon weiss, welche Songs ihrer doch ziemlich umfangreichen Liedersammlung sie am Freitag spielen wird, wenn sie die B-Stage eröffnet. Dazu gekommen bin ich etwas früher an diesem lauen Dienstagabend, bei meinem Besuch der Zürcher Band in ihrem Rümlanger Proberaum. „Wir haben nur 25 Minuten Zeit – gross gesprochen wird da zwischendrin nicht, schliesslich wollen wir so viele Songs wie möglich spielen“, sagt Sängerin Andrina zum anstehenden Festivalauftritt, während sie sich ein Bier aufmacht (heute alkoholfrei, die Sängerin muss noch fahren).

Underskin lassen es in ihrem kleinen, aber mit der richtigen Portion Grunge-Siffigkeit und Attitude ausgestatteten, Proberaum krachen.

Ganz so mit Vollgas spiele man bei den Proben nicht – „live kommen das Publikum und das Adrenalin dazu“. Für Nichtmusiker hört sich das, was da so aus den Kopfhörern kommt, bis auf das leise Klacken des Metronoms schon ziemlich perfekt an. Selbst mit Zigarette in der Hand und Rauch in der Lunge ist die Stimme von Andrina gewaltig. Gut, die Frau hat trotz ihrer jungen Jahre auch schon richtig viel Stage-Erfahrung auf dem Buckel (die Story käuen wir aber heute nicht nochmal durch, Nicht-Kenner können sie hier nachlesen).

Selbst mit Zigarette in der Hand und Rauch in der Lunge ist die Stimme von Andrina gewaltig.

Wir begleiten Underskin nämlich schon eine Weile und sind ein lautstarker Fan der EP „Cat Got Your Tongue„, die nicht nur für uns als Beobachter, sondern auch für die Band den Zeitpunkt markiert, an dem sie ihren Sound gefunden und ihre Identität manifestiert haben. „Es haben uns viele gesagt, dass uns dieser Sound jetzt richtig gut steht. Nach der Tour durch Russland und vor allem den Support-Auftritten von CoreLeonie fühlen wir uns als Band  richtig ernst genommen“, so Gitarrist Roman, Sängerin Andrina und Drummer Buddah, die an diesem Abend nur mit imaginärem Bass im Ohr proben, da Basser Juwal ausgefallen ist.

Gitarrist Roman probt mit nackter Haut im Rücken.

Mit ihrer „Täubelplatte“ und neuen Fans im Gepäck, freuen sich Underskin nun auch darauf, dem Publikum genau die Songs zu präsentieren, auf die die Band richtig Lust hatte. „Dann machts auch dem Publikum Spass.“ Besonders stolz seien sie darauf, dass sie sich in einem normalen Bewerbungsverfahren den Slot auf der B-Stage sichern konnten. Wobei eigentlich waren zumindest 2/4 der Band schon einmal auf der Bühne des Hinwiler Festivals zu sehen – damals allerdings noch mit anderer Musik. Dass Gitarrist Roman und Andrina schon lange miteinander befreundet sind, merkt man in den kurzen Momenten zwischen den Songs und auch auf der Bühne, wo die Chemie zwischen allen Bandmitgliedern einfach stimmt.

„Nach der Tour durch Russland und vor allem den Support-Auftritten von CoreLeonie fühlen wir uns als Band  richtig ernst genommen.“

So richtig nervös sind die Zürcher (also, es sind genau genommen nicht alle von Züri, aber den Stempel haben die Jungs nun ihrer Andrina zu verdanken) an diesem Abend noch nicht. „Mir fangen kurz vor dem Auftritt immer die Zähne an, weh zu tun – aber auf eine geile Art“, erklärt Andrina ihren kurzen Moment der Nervosität, der immer vor einem Auftritt kommt.

Drummer Buddah in seinem Element.

Für die Entspannung danach sorgen übrigens Essiggurken. „Es ist Tradition, dass ich nach der Bandprobe Essiggurken esse, es hat immer ein Glas hier im Kühlschrank.“ Ob Andrina für diesen Snack am Freitag nach dem Auftritt Zeit hat, bleibt zu bezweifeln. „Ich will direkt von der Bühne an die Konzerte – es hat so viele gute Bands, die ich alle sehen möchte!“ Wer Underskin also am Rock The Ring über den Weg läuft, macht zumindest der Sängerin eine Freude mit Essiggürkli – wahrscheinlich kommt nach dem Gig aber ein kühles Bier dann doch besser an. Mit Alkohol. Denn: „Also das alkoholfreie Bier isch echt wiederlich“, so Andrina während der Probe. Gut, dass sie nach dem Gig in Hinwil definitiv nicht mehr selbst fahren muss.

Am Freitag wird beim Cover von „You’re The Voice“ frenetisch über dem Kopf geklatscht. Imfall.

UNDERSKIN AM ROCK THE RING: Freitag, 21. Juni, 17.30 Uhr.

(Bilder: Gisèle Ladner

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