Frank ist gar nicht so der Burner

Frank Turner hat schöne Tattoos – und das ist es dann auch schon. Das habe ich aber erst jetzt gemerkt.


Vor langer Zeit stand ich kurz auf Frank Turner, ungefähr eine Viertelstunde lang, um genau zu sein. Es hatte mich vor die Gurtenbühne verschlagen, und ich schaute dem Briten zu und fand ihn toll. Ich schwöre, er hat mir von der Bühne her zugelächelt, als ich gerade verliebt auf seine Tattoos gestarrt hatte.

Das war vor etwas über einem Jahr, und ich stellte meine Bewunderung für Turner überhaupt nie in Frage. Ich fand ihn gut, basta. Jetzt muss ich das Ganze aber als Jugendsünde (hihi) abstempeln. Weil ich mir das neue Album angehört habe.

Das ist gut, wenn man ein Hosen-Fan ist. Oder sich nie von den Pogues verabschieden konnte. Am besten vielleicht, wenn man männlich, 18-jährig und sturzbetrunken ist, weil dann mag man noch herumgumpen. Frank Turner will das so. Er nennt es zwar „tanzen“.

I’d like to teach you four simple words, so that next time you come to a show,
You could sing those words back at me like they’re the only ones that you know:
I want to dance, I want to dance
I want lust and love and a smattering of romance


Es ist ja auch gar kein neues, sondern ein Best Of Album, “Songbook” heisst es, und man kann es als Doppel-CD erstehen oder als Deluxe Box und weiss der Kuckuck wie noch. Um es kurz zu machen: Frank Turner ist pleite und hat drum kurz vor Weihnachten ein paar Songs auf den Markt geworfen macht ein bisschen Retrospektive (auf eine über 10-jährige Karriere und sechs Studioalben), klimpert neue und akustische Versionen.

Und das ist leider zum Gähnen. Die Bruce-Springsteen-Attitude nervt, dieses ständige Überraschungsmomente Einbauen auch, und bei den akustischen Versionen merkt man, dass er einen Song nicht zu füllen vermag, wenn der grad nicht so der Burner ist. Ich höre dann jeweils einfach nur den Eton-Absolvent, der versucht, ein bisschen punk zu sein. Das mag ich nicht.

FRANK TURNER: „SONGBOOK“, out now (Universal Music)

P.S. Wenn ich richtig tanzen will, dann lieber so. Grad ein paar (echte) Jugendlieben auf einem Haufen, übrigens.

(Bild: Universal)

 

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