Glace mit Max Apollo

Max Apollo, die Band mit dem raketenstarken Namen. Vor kurzem feierte ihr neues Musikvideo bei uns Premiere. Darauf konnte ich es nicht einfach beruhen lassen. Ich wollte mehr erfahren über das Zürcher Rock-Quintett und vor allem – sie live hören. Ihre exklusive Unplugged Session bot den perfekten Rahmen dazu.

Ich machte mich auf, vom heimischen Dorf am Bielersee nach Uster, wo das Konzert von Max Apollo stattfinden sollte. Nach gut zwei Stunden Postauto-Zug-Zug-Zug kam ich am Bahnhof in Uster an – und suchte erst einmal das nächste Coop. Sekundär weil ich Hunger hatte, primär, um die einzig wahre und würdige Requisite für ein Fotoshooting mit Max Apollo zu besorgen: Raketenglace. 

Wenig später verteilte ich diese im Dachgeschoss des Musikcontainers Uster an Max Apollo-Frontmann Timo Meier (Gesang und Gitarre) und seine Kollegen Gregor Szabo (Keyboard), Mischa Eberle (Bass), Balz Künzle (Schlagzeug), Manuel Etter (Gitarre). Läck, musste ich mich beeilen noch abzudrücken, bevor die Raketen ganz verschwunden waren.
Wer genau hinschaut, erkennt übrigens ganz unten im Bild (siehe Timos Beine) das sechste inoffizielle Mitglied der Band: Hündin Luna.

Fünf Raketen mit Glace: (v.l.n.r.) Gregor Szabo, Mischa Eberle, Timo Meier, Balz Künzle, Manuel Etter.

Nach einem sehr kurzen Shooting setzten wir uns zum Gespräch zusammen. Schön ordentlich im einem Kreis. Wie früher in der Grundschule. Was ideal ins Setting passte, denn die Räumlichkeiten werden sonst von der hiesigen Musikschule genutzt. Besonders für Frontmann Timo weckt der Musikcontainer viele Erinnerungen: „Hier hat alles begonnen. Hier bekam ich Schlagzeugunterricht und hatte als kleiner Junge meinen ersten Auftritt.“

Timo hat Max Apollo – Max ist übrigens Timos zweiter Vorname und Apollo 13 einer seiner Lieblingsfilme plus Apollo ist der Gott der Künste – ins Leben gerufen. Bis Februar 2016 war er noch als Schlagzeuger mit Pablo Infernal unterwegs, dann schlug der Multiinstrumentalist eigene Wege ein. Er wollte Gitarre spielen, seine eigenen Songs schreiben und singen. Erst stand er alleine auf der Bühne, dann kam sein Kollege Gregor am Klavier hinzu. Durchs Jobben in einem Musikgeschäft lernte Timo Mischa kennen, der Bassist war sein Vorgesetzter. Balz, seines Zeichens Jazz-Schlagzeuger, war einer ihrer Kunden. So starteten sie zu viert ins Projekt Max Apollo. Der Singer-Songwriter Manuel Etter kam als letztes dazu. Es war Liebe auf den ersten Blick, behaupten beide Seiten.

Weitere Bandprojekte haben alle fünf für Max Apollo aufgegeben. Es ist also etwas Ernstes. Das Quintett will mit Vollgas durchstarten. Mit ihrem im letzten Herbst erschienenen Debütalbum „In Absolute Silence“ ist ihnen ein sauberer Raketenstart bereits geglückt. Das Album steckt voller mitreissender, kraftvoller Rock-Songs.

An diesem Abend in Uster performten Max Apollo das Album in einer einmaligen Unplugged Session, von A bis Z neu arrangiert und in Begleitung von Gastmusikern. Den Auftakt der ausverkauften Show lieferte der stimmgewaltige Tobias Carshey, den Timo zu seinen besten Freunden zählt und als „absoluten Meister, wenns ums Singen geht“ bezeichnet. Im späteren Verlauf des Abends kehrte dieser dann nochmal zu einem Gänsehaut-Duett mit Timo zurück.

Max Apollo gaben tatsächlich Vollgas – auch unplugged. Da hielt es mich nur schwer auf meinem Sitzplatz im bestuhlten Saal. Die Rakete zündete zum musikalischen Feuerwerk. Ich bin immer noch ganz begeistert von den sorgfältigen, durchdachten Arrangements, der Energie und Spielfreude der Band, der stimmigen Atmosphäre und überhaupt von der Vielfalt des Abends. Auch die überraschende Paarung von Max Apollo mit dem Saxophonisten Niculin Janett oder dem Celloensemble Crescelli war wunderbar stimmig.
Aber seht selbst:

Aktuell arbeitet die Band schon fleissig an neuem Material. Ich bin gespannt und besorge zum nächsten Treffen wohl besser gleich eine Grosspackung Raketenglace.

(Fotos: Rockette / Max Apollo Instagram)

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