Grrif und die Griechen

P.L.J. Band ungelöst oder: Warum spielt Radio Grrif ständig einen griechischen Uraltsong? (Wir bleiben euch die Antwort schuldig, imfall)

Vor Weihnachten hörte ich die coolsten Wetterprognosen ever: „La neige ne tiendra pas jusqu’à noël.“ Das war alles, kurz und bündig. Vielleicht war der verantwortliche Redaktor (oder Redaktorin, doch das Gefühl sagt: Das war ein Mann) bei Radio Grrif müde. Oder besoffen. Oder einfach die originellste Wetterfee im Land.

Ich weiss nicht mehr wer, ich glaube, es war Sarah, wollte an dieser Stelle einst eine Liebeserklärung an Grrif schreiben. Das hab ich nicht vor, auch wenn ich voll dahinterstehen könnte, ich meine, Grrif (und Kanal K) retten ungefähr hundert Mal am Tag das Fünkchen Ehre, das bei Schweizer Radiostationen noch vorhanden ist. Aber eben, hier soll es um etwas anderes gehen, und zwar um diesen Song:


„Wake up“ von P.L.J. Band, zweifelsohne ein Meisterstück. Auch, oder vor allem, weil der Sänger seinen griechischen Akzent so schön zelebriert. Der Song ist sehr alt.

Jedenfalls: Wann immer ich Grrif höre, wird dieses Lied früher oder später gespielt. Ehrlich.

Warum?

Ich dachte, ich finde die Antwort in Griechenland. Während zweier Monate dort fragte ich jede und jeden nach P.L.J. Keine Sau kannte die Band. Und keine Sau schien sie zu interessieren. Niemand! Und ich so: „Wake Up“ hat mich also so belämmert, dass ich mir alles nur eingebildet habe, ich meine, der Song hat ja schon was von einer Droge einem Trip. Dann traf ich Tätowierer Costas (ja, alle Griechen heissen Costas). Der erste Mensch, der sich bequemte, wenigstens so zu tun, als ob er schon mal was von der Band gehört hatte. Und sogar nachforschte. Er verbrachte ämel 30 Minuten damit, P.L.J. zu googeln (ich ging shoppen währenddessen). Und fand heraus:

  • Ein Album der Band war gleich nach Erscheinen 1982 verboten worden „because of the blasphemical lyrics and the albums had to be destroyed.“
  • 300 Exemplare konnten gerettet werden.
  • Der Name der Band setzt sich aus Vornamen zusammen: P.L.J. Band (Paul=Παύλος Κικριλής, Larry=Λ.Μαχαιρίτσας, Jimmy=Δημήτρης Βασαλάκης)
  • Sie hiessen nachher Termites.

Und noch ein paar andere Sachen über diesen Psychedelic/Space Rock Greece. Heisser Scheiss, keine Frage, es erklärte aber noch nicht, warum Grrif einen Narren an den Griechen gefressen hat? Ich fragte noch am gleichen Abend nach, leider prallte mein Mail etliche Male an der unglaublichen Grrif-Spamwall ab – ich schaffte es erst über Facebook. Ich umschrieb meine Anstrengungen, mit ihnen in Kontakt zu treten, und fragte: Was hat „Wake Up“, was andere Songs nicht haben? Antwort kam keine, es war Mitternacht oder so, und ich begnügte mich damit, von meinem Mini-Balkon aus Richtung Akropolis zu starren. Und sah:

„Wake up“! Verschwörungsalarm!

Holy shit. Ich ging Rakı trinken. Viel Rakı.

Wochen später, ich in der Schweiz und mit neuen Mysterien beschäftigt, erreichte Rockette über FB diese Message:

Salut Nina, merci pour ton message! Aie tu dois avoir un problème alors avec ton ordinateur ou avec l’app. Le morceau passe 1X par semaine. Essaye de vider le cache! Si tu n’arrives pas, envoie nous ton mail et on te met en contact avec notre support technique ! becs !

Hihi. So. Für mich hiess und heisst das dann und jetzt: Let it be. Ist doch egal. Alles, was ich zu hoffen wage, ist: Grrif spielt P.L.J. Band weiterhin 1x par semaine.

P.S.: Letzthin wurde uns noch das aufgedrängt: „Out Of The Dust“ des Griechen George Papadopoulos aka Hior Chronik. Die Freude über etwaigen neuen Griechensound verflog ziemlich schnell. Ist das Musik oder ein Foltermittel? Mit Sicherheit ist es das Gegenteil von „Wake up“. Hört selbst.

(Bild: Rockette)

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