Hello Springsteen, hello sunshine

Sunshine im Herzen trotz toten Schlüsselblumen. Danke, Bruce Springsteen.

Ich zählte gerade Schlüsselblümchen. Auf meinem Balkon. Ich zählte nur die, die überlebt hatten in meinem Kistchen, einem Arrangement, das meine Sehnsucht nach dem Lande nicht stillt. Es waren null. Es hatte gehagelt/geschneit/geregnet und die Natur war tot ab all den Aprilscherzen. Es war der 28.04.2019, ein Sonntag, und es war ein übler Tag, so im Allgemeinen, aber ist ja jetzt auch egal.

Ich zählte also gerade Schlüsselblümchen, als mir einfiel, dass Bruce Springsteen einen neuen Song draussen hat.

Hello Sunshine heisst er. Und ist das, was man an Arschlochtagen wie dem 28.04.2019 unbedingt dabei haben sollte.

Nicht, weil er einen umhaut. Also ein bisschen ja schon, das ganze Vintage im Clip und die Überdosis an Sepia, Achtung, Melancholie! Dieser Song hat überhaupt keinen Höhepunkt, sondern fährt mit immergleicher Geschwindigkeit durch die Wüste, wirbelt nur da und dort ein wenig Staub auf. Aber er stellt einen eben auch auf, nimmt einen an der Hand und fährt ziemlich flott dorthin, wo alles besser ist, selbst wenn dort ein bisschen viele Kakteen wachsen.

Es ist so schön, wenn ein Song das kann.

Hello Sunshine won’t you stay?

Fünf Jahre nach „High Hopes“ und zwei Jahre nach seiner Biografie „Born To Run“ (hat die jemand fertig gelesen? Jetzt mal ernsthaft?) veröffentlicht Springsteen am 14. Juni auch ein neues Album. „Western Stars“ soll musikalisch vom Southern California Pop der späten Sechziger und frühen Siebziger inspiriert worden sein, das steht im Pressetext, ich habe es natürlich noch nicht gehört, werde es aber blind lieben. Aufgenommen wurde es in seinem Heimstudio in New Jersey, yeah, das habe ich nur darum geschrieben: Garden State (schaut den Clip)!

So wird es aussehen:

Ist das nicht das schönste Cover eeeeever? Ich denke schon.

Ja, eben, zurück zu „Hello Sunshine“. Der „Rolling Stone“ schreibt, es sei eine Verbeugung vor Glen Campbell. Ja, ja. Ich sage es weniger dramatisch: Es ist ein Song, den man laufen lassen soll, wenn man der Sonne entgegen fährt. Weg von Tagen wie dem 28. April 2019. Denn dieser Song wird den Frühling überleben. Im Gegensatz zu den Schlüsseli.

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