Hey Sweetie

Das neue Album von den Chvrches ist zuckersüss. Das ist nicht nur gut.

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Als Kind der 80er müsste ich den Synthie-Pop ja lieben. Tu ich auch (ich mein, „Tainted Love“ ist einer meiner allerliebsten Songs ever). Aber das neue Chvrches-Album klingt, als ob Lauren Mayberry drei Liter Sirup über den Synthesizer gekippt, ein wenig herumgeklimpert und dann losgelegt habe. Mit ihrer Stimme, die mir weiche Knie macht, obwohl sie mir viel zu hoch ist, das schon.

Ja, dieses Album ist eine sehr zwiespältige Sache. Weil trotz zu viel Zucker und doch eher pessimistischen Ansichten, ist „Love Is Dead“ gross.  Schon nur der erste Song, „Graffiti“, lässt einen seltsam fröhlich zurück (und hilft über „Get Out“ hinaus, das doch arg an Seifenblasen erinnert).

Das zweite Video, „My Enemy“ ft. Matt Berninger (von The National!), lässt mich seufzen. Weiss gar nicht warum, ist einfach so. „My Enemy“ ist wunderschön, so komisch das auch klingen mag, wenn man über ein Synthiezuckerzeugsalbum spricht.

Ach, was soll ich sagen. Vielleicht muss man Chvrches einfach live sehen. Ich jedenfalls war ganz verliebt letztes Mal, und die Love war damals wie heute nicht dead, sondern wächst mit jedem Ton ein wenig. Leider kommen die Schotten dieses Jahr voraussichtlich nur zweimal in die Schweiz, ans Open Air St. Gallen auf und dann später des Jahres noch in Lausanne.

Bleibt dann halt eventuell nur, sich einen Schleckstängel zu holen, sich das ganze Werk in einem Schnurz anzuhören und darüber nachzudenken, was Lauren in einem Interview gesagt hat: „We’re fucked, the world is fucked“. Das wägt vielleicht all das Süsse ein bisschen auf.

CHVRCHES: LOVE IS DEAD, out (Vertigo)

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