Zoë Howe Part I

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Wir haben ein Idol: die britische Musikautorin Zoë Howe. Seit einigen Wochen weiss sie sogar davon, denn wir haben sie im Hormonrausch in die Schweiz eingeladen. Sie wird uns bei ihrem Besuch (genauere Infos irgenwann in den nächsten Wochen) aus ihrem Ende September erscheinenden Roman „Shine On, Marquee Moon“ vorlesen, einem „Rock’n’Roll-Roman“, wie sie sagt. Zoë Howe hat davor einige Band- und Musikerbiografien geschrieben, darunter jene über die Londoner Punkband der ersten Stunde, The Slits, oder über den verstorbenen Sänger der britischen Rockband Dr. Feelgood, Lee Brilleaux.

Howe ist auf Instagram sehr aktiv, deshalb lag ein Instaview auf der Hand. Als erstes wollte ich natürlich hören, dass ihr Leben als junge, gutaussehende Schlagzeugerin und Schriftstellerin, ihr Alltag auf Bühnen, zwischen Musikern, in Kaffees und Kunstgalerien nicht so beneidenswert glam ist, wie es scheint.

Bevor Sie mich zu sehr hassen, lassen Sie mich versichern, dass dieses Leben mit harter bis obsessiver Arbeit, schlaflosen Nächten, geopferten Wochenenden und zeitweise kopfzerberstend viel Stress einher geht. Ich will mich nicht beklagen, auch wenn das jetzt so klingt. Das ist der Deal, und um es in den Worten von The Who zu sagen: It’s the best I ever HAAAAAD.

Ihr Buch „Lee Brilleaux – Rock’n’Roll Gentleman“ ist offensichtlich ein Erfolg. Sie scheinen dauernd zu Lesungen und Diskussionen eingeladen zu sein.

Ja, für einige Leute war es ein Überraschungserfolg, denk ich, aber ich war so wild entschlossen, das Buch zu schreiben und jetzt ich bin natürlich begeistert, dass es so gut läuft. Lee war / ist eine sehr spezielle Person und ein inspirierender Charakter und ich bin stolz und geehrt, so ein Buch gemacht zu haben.

Sie haben auf den ersten Entwurf des Buches geblasen. Sind sie abergläubisch?

Haha, ja, wie eine Lady, die vor dem Glücksspiel auf den Würfel pustet. Das war natürlich ein Witz aber ich bin schon ein bisschen abergläubisch. Wenn man versucht, in irgendeiner Form von kreativem Schaffen zu leben, will man alle Götter, Elfen, Feen, Urgewalten und Engel auf seiner Seite haben. Vielleicht auch ein paar Kobolde. Man weiss nie, was kommt – alle kleinen Dinge können helfen.

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Wo schreiben Sie – in ihrem schönen Garten oder am Meer?

Ich habe eigentlich gar keinen schönen Garten, ich lebe in einem Block. Allerdings habe ich einen Balkon mit Meersicht. Ich denke, Sie meinen den Garten, in dem ich für den jährlichen Leigh Art Trail meine Kunst ausgestellt habe. Der gehört der Bildhauerin Karen Christensen. Sie hat mich in ihrem Gartenhüttchen freundlicherweise ein paar meiner Collagen zeigen lassen. Jetzt bin ich abgeschweift – ich schreibe in meiner Wohnung und schaue dabei auf die Themse-Mündung. Als ich über Lee schrieb, blickte ich oft über das Wasser nach Canvey Island, wo er aufgewachsen ist, das war sehr speziell. Ich gehe auch oft zum Strand, allerdings nicht, um zu arbeiten.

Wie ist es, als Schlagzeugerin mit einem Schlagzeuger zu leben. Trommeln Sie und ihr Mann manchmal gegenseitig aufeinander ein?

Nein, bis jetzt zumindest nicht…

Spielen Sie in einer Band, die Masken trägt?

Vielleicht.

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Warum ist ihr Vater supercool, wie Sie in einem Kommentar schreiben – abgesehen davon, dass er supercool aussieht?

Mein Vater IST einfach supercool – born that way, baby! Das Bild, auf das Sie ansprechen ist wahrscheinlich jenes von ihm in den 1970er, frühen 1980er Jahren. Er war Rock-DJ. Dank all seinen Platten habe ich sehr früh eine Leidenschaft für Musik vor meiner Zeit entwickelt. Und ja, ich stimme Ihnen zu, er sieht auf diesem Bild extrem cool aus.

Verraten Sie uns, was in dieser „Curvature Boutique„-Tasche war?

Korallenfarbene Spitzen-Unterwäsche und ein zartrosa Satin-Unterwäsche, wenn Sie es unbedingt wissen wollen. Alles von meinem Lieblings-Dessous-Laden an der Leigh Road, gefährlich nah von meiner Wohnung.

Wie viele sogenannte „Feelgood-Tassen“ haben Sie?

Nur diese eine, die mir der erstklassige Musikautor Glenn Airey geschenkt hat. Er hat sie in einem Schaufenster gesehen und, bless his heart, für mich gekauft. Das Stück gehört zu meinem Top-3-Lieblingstassen – zusammen mit der „You Have Witchcraft In Your Lips“- und der „Jekyll and Hyde“-Tasse.

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Gab es andere Bandanekdote, ausser jener mit den L.A.Guns, von denen Sie an einem Flughafen angequatscht wurden?

Oh Gott ja, unzählige. Ich spare sie allerdings für meine tollen Memoiren auf, die in ungefähr 30 Jahren erscheinen werden. Übrigens kommen in meinem neuen Buch eine Vielzahl lustiger Geschichten dieser Art vor.

Sie und Ihre Katze: Wie viele „Marzi-Moments“ kann Ihr Ehemann noch verkraften?

Er ist ebenso verknallt in diese wunderbare Katze wie ich es bin, zum Glück. Unser Leben ist ein einziger Marzi-Moment.

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Zoë Howes Debütroman kann hier vorbestellt werden. Wem das zu heiss ist, wir werden zu gegebener Zeit eine Kritik veröffentlichen.

(Bilder: Melanie Smith / Instagram)

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