Hüpfende Hippos und die perfekte Bartlänge

Sitzen der britische Singer-Songwriter Tom Walker und eine Rockette gemeinsam auf der Couch, geht es um Themen wie Bartwachstum, hüpfende Kühe und Nilpferde, das perfekte Steak und natürlich seine Songs.

Neulich wurden wir exklusiv ins Büro von Sony Music Switzerland in Zürich eingeladen. Der Anlass: Ein Besuch inklusive kleiner Live Session des britischen Musikers Tom Walker. Wem der Name erst mal nichts sagt, erlebt beim Anhören seiner Single „Leave a Light On“ bestimmt den Aha-Moment. Mit dem Song hat der 26-Jährige hierzulande gerade 2x Platin erreicht. Das muss natürlich gefeiert werden und schliesslich erscheint anfangs März 2019 auch noch Tom Walkers erstes Studioalbum „What a Time To Be Alive“.

So kommt das Zürcher Sony Team – plus ich als einzige Journalistin – in den Genuss von einem intimen Akustik-Set. Und das sorgt bei mir für ordentlich Gänsehaut. Toms Stimme ist eine wahre Naturgewalt. So roh, so voller Emotion, geht sie bei mir durch Mark und Bein. Dazu kommt die Kombination mit den ehrlichen Texten, die mal von den heiteren Zeiten im Leben erzählen – etwa „Blessings“ über die kostbaren Momente mit Freunden – aber auch die dunklen Phasen nicht auslassen – zum Beispiel „Leave a Light On“, der vom Kampf mit Sucht handelt. Fast schüttelt es mich. 

Zum Glück wieder gefasst, sitze ich wenig später mit dem sehr sympathischen Tom und seinen zwei Freunden gemütlich auf der Couch zum Plausch. Ganz entspannt. Original Rockette-Style halt. Hier eine Aufzeichnung: 

Rockette: Welcher Songtitel würde deinen Tag bisher am besten beschreiben?

Tom Walker: Hm, „Full and cloudy“ vielleicht.

Von wem ist der? 

Keine Ahnung. Oh, einen tatsächlichen Song meinst du, ehm. 

(Im Hintergrund lachen Toms Freunde und verwerfen die Hände.
„Stormy Weather“ ruft der eine.)

Genau, „Stormy Weather““ das ist definitiv der Titel eines Songs.

(Es wird diskutiert und gegoogelt.)

Okay, ich entscheide mich für „Cloudy“ von Simon and Garfunkel. Es ist tatsächlich sehr bewölkt heute.

In der Tat. Wir machen gleich ganz ernsthaft weiter. Welchen Einfluss hat dein Bartwachstum auf deine Kreativität?

Puh, diese Frage hat es ganz schön in sich, gefällt mir. Ist der Bart zu lang, könnte er sich in der Gitarre verfangen, was schlecht für die Kreativität wäre. Mit zu langem Bart möchte wohl auch meine Freundin nichts mehr von mir wissen. Der Bart muss also genau die richtige Länge haben, sonst wirds problematisch. 

Wer kann deiner Meinung nach höher springen, Kühe oder Nilpferde?

Oh, tolle Frage. Ich würde sagen Kühe. Die habe ich schon mal übers Feld rennen gesehen und ich weiss, dass sie auch springen können, zwar nicht wie Pferde, aber sicher höher als Nilpferde. Hm, ich weiss zwar nicht, Nilpferde kämpfen doch viel, oder?

Stimmt, die gelten so viel ich weiss als die gefährlichsten Tiere Afrikas.

Genau, aber ich glaube nicht, dass sie das wegen ihrer Sprungkraft sind. Ich entscheide mich für die Kühe. Kennst du die richtige Antwort?

Nein, keine Ahnung, aber ich würde wohl auch Kühe sagen. 

Das musst du unbedingt googeln und dann im Artikel erwähnen. 

(Wird natürlich gemacht, das Ergebnis der Recherche gibt es weiter unten.)

Du lebst in London, wo du vor deinem Durchbruch Teilzeit als Koch gearbeitet hast. Welches Gericht kochst du am liebsten?

Steak. Steaks gelingen mir wirklich gut. Die brate ich in der Pfanne mit viel Butter, Salz und Pfeffer. 

Und wie isst du dein Steak?

Am liebsten rare bis medium-rare. Nur, die armen, springenden Kühe. Dann vielleicht doch lieber Pasta, gekocht von einem tollen italienischen Koch, das ist unschlagbar. 

Findest du momentan überhaupt noch Zeit zum Kochen?

Nicht wirklich, ich kann mich ehrlich nicht erinnern, wann ich zum letzten Mal gekocht habe. 

Welches Restaurant kannst du mir in London empfehlen?

Zum Beispiel das Tootoomoo in Crouch End, in der Nähe von Finsbury Park. Dort gibt es panasiatische Küche, leckeres Sushi, Currys oder Dim Sum.

Und wie steht es um das Thema Essen auf Tour?

Wir haben uns dieses Mal gut eingedeckt. Etwa mit geräuchertem Lachs, Spinat, Rucola und Früchten. Reichlich Bier und Wein gibt es aber auch. Wir trinken nicht gerade wenig, dafür ernähren wir uns gesund, das gleicht sich doch irgendwie aus. 

Dein Song „Blessings“ handelt davon, die kleinen Dinge im Leben zu schätzen.

Genau. Früher habe ich zum Beispiel mit bis zu zwölf anderen Musikern zusammen in einem Haus gelebt, das war zwar verrückt, aber wir hatten dort die besten Partys. Dann bin ich mit einigen meiner besten Freunde zusammengezogen, auch dort waren wir wieder sechs bis acht Personen. Ich hatte gerade erst meinen Abschluss gemacht, nicht wirklich einen guten Job, und ich war ständig pleite. Dementsprechend gingen wir selten aus und haben stattdessen zuhause getrunken, Musik gehört oder gemeinsam musiziert. Ganz ehrlich, die beste Zeit hatte ich rückblickend nie in einem Club oder einem Restaurant, sondern immer bei jemandem zuhause, unter Freunden. 

In „Angels“ singst du von Engeln. Glaubst du denn an Engel?

Nicht im religiösen Sinn. Aber ich glaube, dass es in unserer Gesellschaft Leute gibt, die alles geben, um für andere da zu sein, diese Menschen sind dann Engel für mich. Wie etwa Feuerwehrmänner, Polizisten oder Mitarbeiter im Spital, deren Jobs sind wirklich selbstlos. Mein Job fühlt sich dagegen eher egoistisch an. Musik mag Menschen helfen, aber Ärzte retten wirklich Menschenleben. 

Stimmt es, dass du deiner Freundin dieses Jahr im Urlaub einen Antrag gemacht hast? 

Ja, wir habe eine Woche Ferien in Sri Lanka gemacht und ich hielt gleich am ersten Tag um ihre Hand an. Ich konnte einfach nicht mehr länger warten. Zum Glück hat sie Ja gesagt, wenn nicht, wäre der Urlaub ganz schön unangenehm geworden. 

 


Zu guter letzt noch wie versprochen die Ergebnisse der Recherche zu springenden Kühen und Nilfperden:
Nilpferde können angeblich nicht springen. Unter Wasser schweben sie aber anmutig über Hindernisse, hier der Videobeweis:

Kühe war die goldrichtige Antwort. Manche Kühe steigen sogar sechs Fuss (zirka 1,8 m) in die Höhe bis aufs Hausdach oder werden mangels eines Pferdes zum Springreiten trainiert: 

Gut haben wir das geklärt.


 

TOM WALKER: „WHAT A TIME TO BE ALIVE, out 1. März 2019 (Relentless Records/Sony Music Entertainment).

LIVE: 24.11.18, Kofmehl, Solothurn, 25.11.18, Les Docks, Lausanne.

(Bild: Rockette)

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