Hut auf

Wenn man nur noch mit Hut leben kann, kommt so was raus:

Seit Rockette Miriam und ich Jess, Joe und Austin kennengelernt haben, kann ich ja nur noch mit Hut Musik hören. Obwohl die drei keinen mehr trugen, als wir sie zwischen Country-T-Shirts aufgerissen haben.

Photo by Christal Angelique/zvg

Wie auch immer. Dieser nette junge Herr aus Oregon passt da wunderbar. Er verschmilzt sozusagen mit meinem Hut.

Der Herr heisst Sean Flinn und macht frischen Folk, ein bisschen verhalten zwar, mit etwas gar vielen Popelementen, aber trotzdem streckenweise wehmütig. Easy listening in Oregon. Die Landschaft dort stell ich mir so vor. Weit, ab und zu ein bisschen wild, mehrheitlich aber bhäbig und bei gutem Wetter ragt eine schneebedeckte Bergspitze in der Ferne in den Himmel. Aber nur nicht zu weit!
Angenehm. Wirklich sehr angenehm. Zu hören bei Sonnenuntergang mit einem alkoholischen Getränk in der Hand. Mit Hut natürlich.
FLINN – The Lost Weekend from HewnFilm on Vimeo.
Oder beim Autofahren (da vielleicht seine alten Sachen!), mit Hut. Ohne Alkohol eventuell.
FLINN: „THE LOST WEEKEND“, out

Okay. Das Trio John Garner klingt, als ob drei Deutsche sich durchs Leben folken. Was ja auch so ist, nehme ich an. Muss ja nicht schlecht sein, ausserdem schreiben die drei Augsburger auf dem Album, das im Juli erscheint, Songs in Briefform. Nicht sonderlich originell, aber irgendwie dann doch recht nett. Mehr als einmal kann man sich das allerdings nicht anhören, je mehr Album desto fester wünscht man sich, dass John Garner diese Briefe endlich mal abschickt (man möchte ihm gerne den Briefkasten zeigen). Wäre „Writing Letters“ ein Konzert, man würde an Holzbänken sitzen, Bier trinken und seinen Hut wenn möglich ein wenig tiefer ins Geischt ziehen.

Prooooscht! Wir habens lustig! Weil wir so viele Briefe schreiben!

JOHN GARNER: „WRITING LETTERS“, out: 21.07. (bangup bullet*)

Und jetzt grad gar nichts zu tun mit Cowboyhüten und dergleichen haben Beach House. Doch die muss man sich jetzt anhören, ja klar, schon nur wegen des Namens und der Idee, alte Songs („B-Sides“, der älteste, „Rain in Numbers“ wurde 2005 aufgenommen) auszugraben. Aber auch wegen den Synthieklängen, den spärlich eingesetzten Beats und der nach zu viel Kiffen klingenden Stimme. Das alles löst sich irgendwo in der flirrenden Sommerluft auf, und das ist einfach ein verdammt gutes Gefühl, so unter dem Hut.

BEACH HOUSE: „B-SIDES AND RARITIES“, out (Bella Union)

* Nur so nebenbei noch eine Rangliste der abgefahrensten Bandnamen bei bangup bullet:

  1. Do I Smell Cupcakes
  2. Faded Paper Figures
  3. Riders Connection
  4. VORBAND
  5. Franziska Günther
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