I didn’t find my love in Portofino oder: Eine kleine Strandmusik

Sound in Italien, das ist ja immer ein bisschen eine schwierige Geschichte. Zurzeit verhält es sich so: Es läuft technoider Scheiss mit Ausnahmen oder Amy Winehouse. Mehr fällt den Italienern nicht ein, oder, wohl eher, mehr wollen sie nicht investieren zur Touristenbeschallung, weil man hat ja gutes Essen, das muss reichen. Fair enough, aber man denkt dann halt manchmal schon so, es gibt doch ihn und es gab ihn und überhaupt.

Al Faro, Portofino: Saubere Gästevertreibung mit Modern Talking.

Am meisten Nerven brauchte ich persönlich dieses Jahr hier:

I didn’t find my love in Portofino. Auch Rod Stewart nicht, der sich just zur gleichen Zeit dort aufhielt (coole Turnschuhe!). Aber ich war ja auch nicht zum Shoppen da, sondern für Barhopping, so generell. Und machte die verstörende Erfahrung: Ich sehnte mich nach Thomas Anders in Reinkultur. Wie? So: In dieser krass geilen Location in PF geniesst man erst einmal die Aussicht, es ist noch nicht so schlimm, dann kommen die Häppchen und der Vermentino, und es ist immer noch nicht so schlimm, alles easy, denkt man, doch dann ertappt man sich, dass man sich bereits ans dritte Glas klammert und dann muss man gehen. Sofort. Weil man es nicht mehr aushält. „Cheri Cheri Lady“ in Endlosschleife. Vorher denkt man noch verzweifelt: Dann spielt halt den Originalsong, dio mio.

Hier wars schon besser, auch weil nicht mehr Schickimickiportofino, und überhaupt meine Lieblingsbar in diesem Ligurien, der Sound: Scheiss und Amy Winehouse und auch LP, die brav die anderen Schweizer Gäste übertönte. Schon sehr tutto a posto.

In Sestri Levante dann keinen Scheiss, keine Amy Winehouse, aber mehr Wein und feinen Soul, und ich so, ah, geht ja doch, irgendwie!

Aber man kann ja nicht immer Bar, sondern muss auch mal Strand. Diese Liste, willkürlich, absolut nicht relevant, ist spontan und auch dank meiner lieben Reisegspänli C. und R. entstanden (Nr.1, Nr.4, Nr.6) und eignet sich tiptop dafür, einen ausgedehnten Moment lang mal nur mit den Zehen im Sand zu wühlen und nichts mehr zu denken, also eine kleine Strandmusik.

  1. Raphael Gualazzi – „Follia d’amore“: Immer ein bisschen nervös, deshalb perfekt zum sBadetüchli auf dem Liegestuhl drapieren.
  2. Ira May – „Ram Pam Pam“: Passt perfekt, „I don’t have to care about the rest of the world“ und so.
  3. Blue States – „Vision Trail“: Chillen, Baby.
  4. Nina Zilli – „Sola“: Sola. Die Sonne brennt, das Wasser glitzert.
  5. Bristol – „Overcome“: Die Sonne brennt, das Wasser glitzert.
  6. Sharon van Etten – „Taking Chances“: Die Sonne, ihr wisst schon.
  7. Famous October – „Falling Over“: … und dann schlaf ich ein. Bis …
  8. … Kings of Leon – „Walls“: Die Sonne brennt, das Wasser glitzert. Und das ist ein bisschen zu folkig für die spiagga. Also dann mal langsam Portmonee suchen.
  9. Haley Bonar – „Impossible Dream“: Chillpause. Die Bar ruft.

Dort läuft „Take on me“. Ach, Italia!

(Bilder: Rockette)

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