I has doch gseiiiit

Meine beste Freundin und ich behaupten ja gern, unsere Berufung verfehlt zu haben, weil wir (noch) nicht als Talentscouts bei einer Plattenfirma angestellt sind. Und jetzt, wo The Gardener & The Tree mit einem Swiss Music Award zum Best Live Act gekürt wurden, erlaube ich mir wieder einmal zu sagen: I has doch scho immer gseit!

Ich habe auch mal eben in der Fotokiste gegrübelt, um meine Behauptung beweisen zu können (und festzustellen – scheisse, das ist schon echt lange her – ich werde aaaaaaallllttttt).

Gerade schwärmt praktisch jeder vom neuen Album „Feral Roots“ der Rival Sons. 2012, als man mit der Bluesrockband mal noch so eben über Twitter ein Interview abmachen und locker flockig mit den Kaliforniern in Bulle backstacke plaudern konnte, glaubten meine BFF und ich ja schon ultimativ an die Band und erzählten das absolut jedem, der das hören oder lesen wollte.

2012 schon ultimativ in die Rival Sons verschossen, wurden die Verfasserin und Begleitung vom Manager spontan für den Merch-Verkauf angeheuert.

Ähnlich verlief unsere Fanliebe zu Black Stone Cherry, denen wir schon nachpilgerten, als sie noch der unbekannte Support von Alter Bridge waren und wir natürlich schon wussten – halloo? – dass die Southern Rocker dazu bestimmt waren, die Schweizer Hallen zu füllen. Mittlerweile hat das auch der Rest der Schweiz erkannt.

Das waren noch Zeiten, als Black Stone Cherry „nur“ der Supporter waren.

Von Steel Panther (die ein wahrer Fan natürlich schon als Metal Skool kannte) fangen wir jetzt gar nicht erst an – was war das für ein Spektakel, als die Ulknudeln zum ersten Mal in der Schweiz auftraten. Was haben wir uns in Schale geworfen und uns gefreut, dass es doch recht gut besucht war, obwohl damals noch kaum jemand die Truppe aus LA kannte. Mittlerweile besuchen die lustigen Glammer die Schweiz ja praktisch halbjährlich und uns wir haben genug Boobs für ein ganzes Leben ins Gesicht gehalten bekommen.

Damals hatte nur einer auf dem Foto Botox im Gesicht, sieben Jahre später brauche ich das wohl bald auch.

Das neueste Beispiel aus der „i hans doch scho immer gseit“-Reihe: 2014 kam mein Mann aus dem WK heim und schwärmte von diesem „Felder“ mit der genialen Stimme, der mit eben dieser das WK-Leben mit einer kleinen Musikeinlage musikalischer gemacht hatte. Als er mir dann The Gardener & The Tree zeigte, war mir sofort klar: Diese Stimme! Diese internationale Tonalität der Band! WOW! DAS wird GROSS! Zugegeben, das SRF war bei dieser Band ein bisschen schneller als ich und kürte die Schaffhauser bereits im Juni 2014 zum Best Talent.

Und mit Universal hat sogar einer der „Grossen“ die Unverkennbarkeit dieser Combo erkannt und sie unter Vertrag genommen.

Spätestens seit „Postcards“ wie wild im Radio gespielt wird, kennt die Schweiz The Gardener & The Tree und vor allem die markante Stimme des Lead-Sängers Manuel Felder. Nicht umsonst sind ihre Gigs ständig ausverkauft (für die kommende Club-Tour gibt es noch vereinzelte Tickets, zum Beispiel in unserem heiss geliebten Kofmehl).

Und wer bis jetzt noch nicht genug Gründe (hallo, habt ihr mal EIN Lied gehört?) dafür kennt, sich schnellstmöglich ein Ticket zu besorgen: Die Live-Qualität von The Gardener & The Tree wurde letzte Woche sogar durch einen Swiss Music Award bestätig. Damit haben Sie sich immerhin gegen die alteingesessene Sophie Hunger und Zeal & Ardor durchgesetzt. Dass die Jungs gewinnen, wusste ich – oh ja, Besserwissen kann ich – natürlich schon vorher. I has jo gseit. Imfall.

Ok – wer die unfassbare Cave Session gesehen hat, der wusste das auch. So ehrlich muss man jetzt mal sein.






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