Heartcore

Liebe Kinder, zum Muttertag möchte ich euch etwas Wichtiges sagen: Ich werde euch immer lieben, auch dann noch, wenn ihr Musik macht wie In Love Your Mother. 

Ich bin nichts als stolz, wenn ihr, wie die Zürcher Band in ihrem neusten Video, an eure kreativen Grenzen geht. Wenn ihr euren Plüschtieren die Watte aus dem Leib reisst und sie euch über den Kopf stülpt. Oder eure Gesichter anmalt – und zwar nicht mit Fasnachtsschminke, sondern mit so richtig zähflüssiger Dispersionsfarbe, damit die Kleider dreckig werden und die Konfetti, die ihr danach in die Sauce einmassiert, schön klebt. Ist doch egal, was andere denken. Seid, wie ihr seid. Ihr wisst, bei mir dürft ihr auch mal alle Möbel aus dem Zimmer räumen, wenn ihr das Gefühl habt, ihr möchtet gerne mit euren selbstgebastelten Instrumenten um euch schlagen. Oder geht von Anfang an raus, und zieht eure Kartondinger denjenigen über die Rübe, die sagen, ihr seid komisch, oder nicht normal. Die haben nämlich keine Ahnung. Ich kenne viele Kinder, denen es gut täte, wenn sie mal die Sau rauslassen und ein paar Konventionen über den Haufen schreien könnten. Schert euch nicht drum, wenn euch jemand sagt, eure Musik sei doch nur Lärm, und was ihr tut, gaga. Ihr müsst denen sicher nicht erklären, dass ihr auch ganz anders könnt, ordentliche Berufe habt, oder die Jazzschule absolviert.

Ou ja, und lustig wäre ja, wenn ihr, was ihr macht, extra kompliziert benennt: Hardcore-Mothercore-Noise-Dada-Punk-Freejazz oder sowas. Einfach so, dass es sich garantiert keiner merken kann. Dann seid ihr ganz automatisch etwas Besonderes.

Übrigens Kinder, In Love Your Mother veröffentlichen diesen Monat ihr drittes Album. Hört es euch an und ihr werdet sofort merken, dass es sich dabei um eine Sammlung unterschiedlicher Songs, um richtige Musik handelt. Etwas irritierend, aber kunstvoll. Und jaaa jaaa, wir gehen dann mal zusammen an ein Konzert und fragen Valentin Baumgartner (guit, voc), Amadeo Mauriello (bass, voc) und Andrea Tinner (drum), wovon eigentlich ihre Texte handeln. Man versteht sie etwas schlecht, ich weiss, aber sie sollen sozialkritisch sein.

Um es kurz zu machen: Liebe Kinder, seid doch bitte gerne jederzeit ein bisschen mehr wie In Love Your Mother. Die haben recht.

 

IN LOVE YOUR MOTHER: „Greatest Hits“, erhältlich ab 26. Mai.

LIVE: 17.05., am Damm, Zürich (mit freiem Impro-Set); 26.05., Werk21, Zürich.

(Bild: Facebook)

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