Aiaiai, bella musica

„Sound in Italien, das ist ja immer ein bisschen eine schwierige Geschichte“, schrieb Nina irgendwann im Herbst. Damals kannten wir Claudia Ferretti von Claudia Is On The Sofa noch nicht. Die zierliche, dunkelhaarige Italienerin hat uns unterdessen die musikalische Welt hinter Laura Pausini und Eros Ramazotti eröffnet. Dio mio, ihre Liste ist ein einziger Zuckerstock aus Electro-Sound, verträumtem Folk, Spaghetti-Western und Rock’n’Roll. Ferretti ist selbst so süchtig nach der italienischen (Independent-)Szene, dass sie uns mindestens zwanzig heisse Tipps lieferte.

  1. Matilde Davoli – „Summer ending“: Eine grossartige Musikerin und ein grossartiger Sounddesigner.
  2. Giorgio Tuma – „Anna, my dear“: Ein raffinierter Komponist. Seine Musik ist ein Traum.
  3. Niccolò Fabi – „Facciamo finta“: Tu so, also ob du alles wärst, was du sein willst … er ist ein Poet.
  4. Calibro 35 – „Bandits on Mars“: Ein Clip wie ein Film aus den Siebzigern.
  5. Sdang! – „Astronomica“: Das ist Rock!
  6. Ottavia Brown – „Infondo“: Sie ist Alice im Wunderland – wegen ihren magischen Illustrationen und den Geschichten in ihrer Musik.
  7. Vincio Capossela – „Si è spento il sole“: Er hat die Sonne ausgelöscht … Wein, Songs und Liebe – der italienische Tom Waits.
  8. Thegoirnalisti – „Completamente“: Komplett neue Musik aus Rom – neuer Italo-Pop.
  9. Union Freego – „Blues for an Asshole“: That’s America for me.
  10. Angela Kinczly – „Tense Disorder“: Sie ist mein Sweetheart. Und das hier ihr brandneues Video.
  11. Guano Padano – „Pian della Tortilla“: Hier spielt auch Alessandro Asso Stefana, unter anderem Gitarrist von Vinicio Capossela und PJ Harvey.

Hier unterbreche ich Claudia Ferretti, denn auch sie gehört zum interessanten und vielversprechenden Teil der italienischen Musikszene. Die Sängerin und Songschreiberin aus Brescia und ihre Gitarre Emmylou Ribs standen unter anderem mit dem Australier und Teilzeititaliener Hugo Race auf der Bühne und seit Freitag ist ihre Single „Big City“ vom Album „Time of me“ (2016) im Radio zu hören. Also in Italien. Der Song erzählt die Geschichte von einem sechsjährigen, blonden Mädchen in seiner grossen Stadt. Und ist eigentlich viel zu wenig countrymässig, wenn man ihn mit älteren Videos von Ferrettis Live-Auftritten vergleicht. Aber auf dem Album, das insgesamt dem Pop zuzuordnen ist, drückt die Liebe zum Country-Folk sehr deutlich durch. (Übrigens auch bei diesem Tipp von ihr, der mir so gut gefällt, dass ich ihn hier unbedingt noch anfügen muss: Die One-Girl-Band Elli de Mon mit dem „Zen Song“. Leiderleider kommt er ein bisschen zu spät, sie spielte im Sommer bei Voodoo Rhythm in Bern, fanculo.)

 

CLAUDIA IS ON THE SOFA: „Time of me“, out (#hashtag)

(Pressebild)

Tags:

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.