Interviews soll man führen, wie sie fallen

Wir müssen das kurz erklären. Haben uns die Veranstalter des Trucker & Countryfestivals in Interlaken doch gesagt, Kiefer Sutherland und seine Band gäben keine Interviews – ausser dem SRF. Und jetzt haben wir hier doch eins.

Beim Shopping erwischt: Jess, Joe und Austin, Kiefer Sutherlands Bandgspänli.

Seit Freitagabend, als wir im Berner Oberland das wohl entspannteste Festival der Schweiz für uns entdeckten, wissen wir, was es heisst, wenn zwei Welten aufeinanderprallen. Da war auf der einen Seite dieser menschenleere, karge Medienraum (siehe unten), diese zugängliche, unkomplizierte Countrygesellschaft und auf der anderen Seite: Hollywood. Also Kiefer Sutherland, Hauptact des Abends und Verursacher einer riesigen Aufregung unter den Veranstaltern. Die weibelnde Crew begründete die Absage unseres von langer Hand geplanten Interviews mit „halt Hollywood“, den „Launen der Stars“ und so.

Also wir finden, die waren sogar extrem guter Laune. Okay, Kiefer Sutherland war nicht dabei, als wir einen Teil seiner Band – die coolste Drummerin der Welt, Jess Calcaterra, Bassist Joe DeLeo und Gitarrist Austin Valleijo – nach dem Konzert rein zufällig beim Shoppen im Westerndorf trafen. Aber wir haben ihn auch nicht speziell vermisst.

Wie findet ihr das Festival?

Austin: Ehrlich gesagt, hätten wir gerne draussen gespielt. Die Kulisse ist atemberaubend, genau wie das Festival. Amazing, wie sich die Countrykultur hier entfaltet.

Ist ein Countryfestival in der Schweiz für euch nicht ein Riesenfake?

Austin: No! Wir haben gerade darüber gesprochen, es ist so authentisch! Es ist, als ob wir in Amerika wären. Kommt es euch etwa nicht authentisch vor?

Nun, wir kennen ja die amerikanische Szene nicht.

Austin: So seht ihr aber nicht aus.
Joe: Die Community hier scheint stark zu sein. Deshalb: We try hard, euer Land zu verstehen. Weil es so schön ist hier.
Austin: Ja. Wir wollen jetzt alle hier leben!

Diese Frage müssen wir einfach stellen, sorry: Wie ist es, mit Kiefer Sutherland in einer Band zu spielen?

Austin: Wir lernen sehr viel. Ehrlich gesagt: Ja, er hat ja mit der Musik gerade erst angefangen. Aber er ist ein totaler Profi. Er will immer … Exzellenz.

Wie habt ihr zusammengefunden?

Austin: Ach, jemand kannte jemanden, der jemanden kannte.
Joe: Wir hatten zusammen eine Countryband.
Austin: Und ich kannte den Typen, der das Album mit Kiefer gemacht hat, der fragte mich, ob ich Interesse hätte. Ich sagte, cool, okay. Und dann fragte ich Joe, was er davon halten würde, mit Kiefer Sutherland in einer Band zu spielen, der sagte: Okay! Das wars.

Also kennt ihr zwei euch schon lange?

Austin: Zwei, drei Jahre. Und Jess, the drummer, ist beim gleichen Label wie Kiefer.

So cool, dass ihr eine Drummerin habt.

Joe: Ja, total!

Austin: She’s kicking ass.

Sind das eure Alltagskleider?

Joe: Naja, ich bin ja casual angezogen.
Austin: Ich laufe nicht so rum. Ich habe das Hemd hier einem Amerikaner abgekauft. Ich fand, ich müsste das unbedingt tragen.

Austin und Joe: Und ihr? Was macht ihr so?

Wir haben einen Musikblog.

Austin: Oh, cool!

Wir wühlen in der Tasche, mit dem Bier in der Hand, suchen eine Visitenkarte. „Sorry, wir sind nicht so gut organisiert“

Joe: Genau so würden wir es auch machen! Cheers!

Kommt ihr wieder mal in die Schweiz? Dann machen wir ein richtiges Interview!

Joe: Wir müssen. Es ist so schön hier. Ist es normal, dass es überall Flüsse und Kanäle gibt?

Was?

Kanäle. Flüsse.

Äh, ja. Wir haben viel Wasser.

Wir wollten so sehr hineinspringen. Es war so heiss heute.

Woher kommt ihr eigentlich?

L.A.

Aha.

Und wir so: Gibt es genug Whiskey auf der Welt?

(Fotos: Rockette)

 

 

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