Watt will man mehr

Bis jetzt kannte ich Jasmin Larue ja nur als Christkindli, das sich null und nichts um den Weltfrieden kümmert.

Am Freitag kommt nun ihr erstes Album heraus, und das hat also auch ein bisschen mit Frieden zu tun, aber halt mehr dem inneren. Dieses Album anhören ist wie in tausend Wattebällchen tauchen, solche, die man als Kind an Weihnachten als Schneeimitation auf alles klebte, was gerade herumstand.

Jasmin Larue war zwar in Musicalausbildung, ist jetzt aber Gottseidank mehr so im Singer-Songwriter-Folk-Country-Genre anzusiedeln. „Feels Like Coming Home And The Blues“ ist: Eine Stimme und eine Akustikgitarre. Neun Songs sind auf dem Album, neun Wattemomente. Zum Beispiel „Extra Round“ (hier allerdings noch nicht so rund wie auf dem Album):

Oder Nummer eins, „Coleraine“, schon jetzt mein Liebling. Ein sauberes Stück, bei einem Zimmer würde man sagen: aufgeräumt, mit eingängigem Refrain und Zwischengeplänkel und hübschem Überraschungsmoment, alles in allem so lieblich, dass man gleich mitsummen muss, und sich garantiert ein Lächeln auf dem Gesicht breitmacht. In anderen Liedern klingt Jasmin Larues Stimme fast scheu (nichts mehr von renitentem Christkindchen!), aber immer selbstbewusst. Und dann ist da noch „Care“, das an einen fröhlichen Countrysong erinnert, nicht gerade zum Schaukeln, aber immerhin zum Wippen. Überhaupt ist das Album auch als Ganzes so gepflegt, im Sinne von: gut erzählt. Sowas mag ich halt sehr. Jasmin Larue holt Inspiration auf Reisen, bei Menschen, aus Fernweh und Melancholie – und weil das natürlich gar nichts aussagt, versuch ichs so: Es macht einen so wehmütig glücklich.

Watt will man mehr.

 

JASMIN LARUE: „FEELS LIKE COMING HOME AND THE BLUES“, out: 15.04., streamen z.B. auf Bandcamp. CD direkt auf auf der Website bestellen.

Plattentaufe: 14.04., Parterre, Luzern

(Bild und Clip: Adrian Spring, Christkindli-Video: Drehstube)

 

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