Kabellos durch die Nacht

Ich schaue jetzt jeden Abend Tagesschau und gehe dann ins Bett, lesen. Weil ich mit Netflix durch bin. Und das kam so:

Zwischen den Jahren, beschloss ich letztes Jahr, will ich endlich mal feiern, wie man etwas zwischen zu feiern hat. Nämlich gar nicht. Also blieb ich zuhause, jetzt mal den einen obligaten Raunächte-Abend im Piwi ausgenommen, einschliesslich Silvester. Ich suchte nach etwas, das mehr als 1 Staffel aufzuweisen hat und den unerklärlichen Drang, Sekt zu trinken, legitimieren würde, und begann unmotiviert „Die Telefonistinnen“ zu schauen. Unmotiviert, weil sich mein Spanisch auf „Vamos a la playa“ beschränkt. Und neuerdings auf „Las chicas del cable“.

Natürlich blieb ich hängen (auf Englisch dann allerdings). Ich könnte jetzt behaupten, weil es um starke Frauen geht, die um Unabhängigkeit kämpfen, das stimmt ein wenig, oder ich könnte sagen, wegen den schönen Kleidern, das stimmt auch. Aber vor allem, war ja klar, wegen des Soundtracks.

Zwanzigerjahre-Szenen mit Electropop zu untermalen – sicher jetzt nicht die neuste Idee, aber eine verdammt gute. Sie wirft die Musik in eine Hauptrolle und zwingt einen selber zum Binge Watching.

Das geht dann so:

Schlafmittel werden hiermit in Drinks gemischt, der korrupte Polizist wird so ermordert, fremdgegangen wird damit.

Und noch mal der Polizist (noch lebend, erpressend gerade, wenn ich mich recht erinnere):

Ja, es war ein schönes Altjahrskonzert, ich habe mich noch nicht ganz erholt davon. Darum jetzt eher Tagesschau und lesen. Was auch gut ist.

Noch etwas furchtbar Unromantisches: Pep Guardiola. Fussballtrainer. Bei Man City. Er sprach letztes Jahr irgendwann über die sechs Lieder, die ihn am meisten beeinflusst haben. So im Leben allgemein. Kurz vor Jahresende wiederholte BBC World News die Sendung und ich schaute sie aus irgendeinem Grund noch einmal. Es war wieder sehr langweilig. Aber trotzdem irgendwie rührend. Voilà:

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