Auf den Klangteppich kann man auch scheissen

Klangteppich. Komisches Wort für einen akustischen Hintergrund, eine Soundkulisse, eine Abfolge von Klängen, Geräuschen und Tönen, wie der Duden es ausdrückt. Ich persönlich mag die Formulierung gar nicht und bei Rockette ist sie ja als eines der sehr sehr wenigen Dinge verboten. Andere Schreibende gleiten aber schauderhaft gerne auf dem Klangteppich durch ihren Arbeitsalltag, wie ein Blick ins Archiv der letzten Monate zeigt:

  • „… die Musikredaktion rollt einen Klangteppich aus. Das Unterholz im Bruderholz zu Basel – verzaubert in eine Augenweide für die Ohren.“ (srf.ch)
  • „Sein Eufoniumklang schwebte so leicht über dem feinen Klangteppich der Brassband, dass man mit ihm quasi hoch auf dem Pilatus stand und das Echo von den Felsen widerhallen hören konnte.“ (Neue Luzerner Zeitung)
  • „Mit Humor und Präzision weben sie einen Klangteppich, der zum Fliegen einlädt.“ (Zürcher Unterländer)
  • „Auf dem E-Piano schuf Andreas Meili einen diskreten und nie aufdringlichen Klangteppich. Mit durchgehend ähnlicher Registrierung stand er stimmungsmässig selten im Mittelpunkt des Geschehens.“ (Neue Luzerner Zeitung)
  • „Im Kontext mit den von Martin Wohlwend installierten Teppichen können wir auch von einem reinen Klangteppich sprechen, der sich da über die Installation ausbreitet. Sorgfältig austariert und in changierender Balance dauert das Stück an, bis es nach ungefähr zwölf Minuten ohne ersichtlichen Grund wieder versiegt.“(Liechtensteiner Vaterland)
  • „Spricht ihn (Coiffeur Eddy Schneitter Anm.d.Red.) eines der Lieder besonders an, dann pfeift oder summt die Frohnatur spontan auch gleich selber mit. Das Repertoire … ist wohl nicht gerade jedermanns Musikgeschmack: Nervt dieser Klangteppich denn nicht den einen oder anderen Kunden? ‚Es gibt schon Leute, denen das nicht gefällt, die ein bisschen darunter leiden. Denen sage ich dann, dass auch der Heiland am Kreuz gelitten hat.'“ (Solothurner Zeitung)
  • „Ein typisch brasilianischer Klangteppich liegt zu jeder Tages- und Nachtzeit über dem 5000-Einwohner-Ort.“ (Tages-Anzeiger)
  • „Er breitete mit beiden Händen einen Klangteppich aus, ohne zu verraten, wohin die Reise gehen sollte.“ (Neue Luzerner Zeitung)
  • „Ob Restaurant, Coiffeur, Kleiderladen oder Tierhandlung: Jeder hat seinen eigenen Klangteppich. Einige Geschäfte setzen dabei auf bekannte Radiosender wie Argovia.“ (Aargauer Zeitung)
  • „Die Stimmung ist entspannt, den Klangteppich legt Radio Rottu, mit Songs wie Mariah Careys Weihnachtsklassiker ‚All I Want for Christmas‘.“ (Schweizer Familie)

 

Apropos: Am Mittwoch, 25. Mai, sind wir zwischen 19 und 20 Uhr in der Canal3-Sendung „Ufdräääiht“ zu Gast. Und verraten da, was wir sonst noch auf unserer Tabuwörterliste steht.

(Bild: Youtube)

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