Sanft wie Nicholas, sperrig wie Krgovich

Zwei Dinge gingen mir durch den Kopf, als ich diesen Nicholas Krgovich zum ersten Mal hörte, besser gesagt sah, auf Youtube. 1. Ist das nicht….Roman „Romano“ Geike? Von ihm weiss man, dass er sich gerne irgendwelche Pseudonyme zulegt und auch mal im Genre vertut. Und die Gesichtsähnlichkeit: verblüffend. 2., dachte ich mir, klingt dieser Song wohl so schief, weil gerade „Cats“ im Hintergrund läuft. Doch er tat es auch noch, nachdem ich den Musicalsound leiser gedreht hatte. Ah okay, dann muss Nicholas Krgovich wohl ein R’n’B-Parodist sein!

Und dann das: Gibt dieser Typ in der weissen Hose mit der unvorteilhaftesten Schrittpartie und den nicht eben berauschendsten musikalischen Projekten wie No Kids oder P:ano am letzten Freitag ein neues Album heraus. Name: „The Hills“. Coverbild: Sehr cool. Sound: Noch einen Zacken cooler.

Der kanadische Multiinstrumentalist erwartet viel von den Leuten. Er will, dass sie ein bisschen was für R’n’B übrig haben, aber auch für Pop, für Chillout, für Filmmusik und nicht zuletzt für Jazz. Seine Vielseitigkeit wirkt dann alles in allem auch etwas hyperaktiv, flickenhaft. Aber nur im ersten Moment. Krgovich ist vielleicht ein Zappelphilipp aber das Gegenteil von penetrant, er drängt sich nicht auf, zieht sich unaufgefordert in den Bereich der Hintergrundmusik zurück, und die ist wirklich sehr sehr atmosphärisch. Fast wie eine laue Sommernacht auf einem kanadischen Grossstadthügel, dazu ein paar sanfte Schunkelschritte im weissen T-Shirt….

NICHOLAS KRGOVICH: „THE HILLS“ Out now (Tin Angel Records)

(Bild: Christian Faustus)

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