Liebes Festivalpublikum

Es ist nie zu spät. Dieses Jahr könnte man sich mal anständig benehmen am Festival. Weil es ja ein paar Leute gibt, die wegen der Musik hingehen.  

Festi’Neuch: Ein schöner Ort mit gutem Essen, geiler Musik und chillenden Schwänen. Es war wieder alles super. Nur etwas nicht. Das Konzert von Lily Allen. Das war nicht so toll. Nicht wegen ihr. Lily war bezaubernd.

Wenn sich eine Popprinzessinkönigin entschuldigen muss, wenn sie another sad song performen will, dann stimmt einfach etwas nicht. Gerne hätte ich mein Bier in die doofen Konzertpeople geschmissen, in das huere Geschnatter dieser handyfixierten Masse. Aber dann hätte ich neues (Bier) holen müssen.

Und ich erst so

Aber irgendwie ist ja Festival, und am Festival ist es immer so. Peace. Es sind ja dann doch nur einzelne, die folgenden Irrtümern unterliegen.

Alle wollen sehen, wie frisch verliebt du bist: Traurig aber wahr: Niemand will an deinem Glück teilhaben. Weil du als Teil eines Paars, das seine Zungen während einer Konzertlänge einander in den Hals steckt, nervst. Versteh uns nicht falsch: Schenk ganz viel Liebe. Aber bitte nicht in den ersten 10 Reihen vor der Bühne, und dann noch so, dass es offensichtlich ist, dass du keine Ahnung hast, wer grad am Performen ist.

Dein Gelaber interessiert die ganze Welt: Du hast dringend was zu besprechen. Mit deiner Freundin, die du schon lange nicht mehr gesehen hast. Gut. Hol dir einen Kaffee oder einen Milchshake und mach es dir auf dem Boden bequem. Auf dem Zeltgelände oder so.

Du brauchst 789 Fotos von einem Gig: Wir sagen ja nicht, du sollst dein Handy zuhause lassen, das würden wir selber niemals tun. Aber einmal fotografieren reicht, ohne Blitz. Weil die 50 Fotos und 17 Filmli wirst du dir nie mehr anschauen, weil die Qualität so scheisse ist (Rockette Gisèle ist für Handyverbot).

Langsame Stücke bringens nur in der Nacht: Du findest, es muss dunkel sein für traurige Lieder? Geh doch einfach in eine Bar.

Am Festival kannst du dich endlich besaufen und alle wollen mittrinkengrölen. Ah, well, schon gut. Zieh mit deinen Polterabendfreunden über das Gelände. Um die Konzertbühnen machst du aber einen grossen Bogen. Danke.

Der Star spricht zu dir: Nein, die Sängerin/der Sänger redet nicht mit dir persönlich, wenn sie/er sich ans Publikum richtet. Du musst also auch nicht ständig grölend antworten.

Endlich kannst du wieder mal kiffen. Schon okay. Nicht aber, wenn du in der dritten Reihe stehst und dabei deinem Vordermann sein Bürzi abbrennst. Ehrlich nicht.

Es ist okay, wenn du während eines Konzertes das Feuerzeug in deinem superschönen Bag suchst und nicht findest. Ist es nicht, vor allem, wenn du dabei deine Ellbogen in deine nähere Umgebung rammst.

Peace.

(Fotos: Rockette)

 

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