Tagelang Kopfweh

Cover_MattElliott_TheCalmBefore_1500x1500_CMJN300dpi (2)(1)Was tat tu ich mich schwer mit dieser Kritik. Mal finde ich Matt Elliott genial, dann wieder frage ich mich, warum ich mir diesen artyfarty-Scheiss antue. Das 7. Album unter dem eigenen Namen, „The Calm Before“, ist nichts für Menschen mit Hang zur Depression, so viel ist schon mal klar. Aber das waren die vorangegangenen ja auch nicht (versuchts mal mit „Drinking Songs“). Und wenn ich schon am Mötzeln bin: Die Ruhe vor … welchem Sturm? Sie kommt nicht, nie, nicht auf diesem Album, diese Erlösung, die man sich echt herbeisehnt, hat man sich erst mal entschlossen, einzusteigen. Stattdessen nur der ruhige, coheneske Sprechgesang.

Sogar die Texte sind niederschmetternd. Da kann das Gesicht noch so erhellt werden, man sieht bei diesen Klängen einen Mann vor sich, der sich durch ein graues Leben quält.

I’ve got this headache that I’ve had for days
Here comes the rain
The first few drops caress and gently dance
They light up your face

Trotzdem nimmt einen dieser leise, dunkle, scheinbar konzeptlose Folk gefangen.

Aber das hilft ja nicht. Matt Elliott kommt aus Bristol und hat sich dort einen Namen gemacht mit dem Elektroprojekt The Third Eye Foundation, das ist genauso sperrig.

Und ich so unentschlossen! „The Calm Before“ ist wie einer dieser Studiofilme, die ich früher wahnsinnig wichtig fand (und dank derer ich viele sinnentleerte Stunden im Kino verbrachte): wunderschön, aber halt dann doch nervig irgendwann. Nicht, dass ichs nicht versucht hätte. Ich hörte Matt Elliott in allen möglichen Situationen, am Strand (geht gar nicht), beim Joggen (das wurde zum Gehen), während der Arbeit (wo ich dann eventually meinen Arbeitskollegen anschrie, ich war total gereizt), einmal im Tram (da war genug Ablenkung, weiss nicht mehr, wie es sich anfühlte), beim Autofahren (das ging erstaunlicherweise), ja, ich hab Matt sogar der Nachbarskatze vorgespielt, die verschwand im Keller und zwar dalli. Allerdings braute sich da tatsächlich ein Sturm zusammen, kann natürlich auch damit zusammenhängen. Item. Wo hört man sich Matt Elliott an? Helft mir. Denn ich will. Vielleicht.

MATT ELLIOTT: THE CALM BEFORE, out now (Ici D’Ailleurs)

(Bilder: Presse)

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