Metallica und Ghost spielten im Letzigrund Stadion. Eine Erzählung. In GIFs.

Alles begann mit: „Whoa geil, Ghost chund id Schwiiz! Ah easy, Metallica spielt au no.“

Ich war also primär wegen Ghost nach Zürich gereist. Es spielte noch eine dritte Band: Bokassa. Um 17:15 Uhr. Ohne mich, das war mir zu früh. Ich wollte den Ghost-Konzertstart um 18:15 Uhr nicht verpassen und dann als i-Tüpfelchen des Abends Metallica ab 19:45 Uhr gucken.

Wir machten uns von Bern mit dem Zug auf den Weg. Ankomms am Zürcher Hauptbahnhof. Ein in schwarz gekleideter Biendli-Schwarm strömte zum Letzigrund.

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Vor dem Stadion gabs Gestung und Gewart und Getrink. Ankommst im bereits etwa zur Hälfte gefüllten Stadion. Hier und da kurz den Menschen, die man kennt, sali sägä und den Platz vor dem Mischpult einnehmen. Noch kurz zum Getränkestand laufen und die erste Bier-Ladung holen. Es ist hell, alle sind am Schwatzen, das Konzert von Ghost beginnt. Zu leise, zu hell und rundherum zu quasslig. Das erste Stück war „Rats“ vom neuen Album „Prequelle“. Es kam nur mässig an.

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Oh man. Ich denk mir: Bitte bitte bitte, macht lauter und haut rein. Das zweite Stück, „Absolution“, war schon einiges besser. Doch immer noch etwas mässig. Und ich war abgelenkt: Die Bandmitglieder waren allesamt in schwarzen, engen Kostümen gekleidet, mit so herzigen kleinen Stoffzusätzen hinten am Po, was wahrscheinlich wie Pinguin-Fracks aussehen sollte, mich aber wegen ihrer dünnen Beinchen eher an Kakerlaken erinnerte.

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Hinzu kommt, dass der Frontmann, der sich seit der aktuellen Scheibe Cardinal Copia nennt (ehemals Papa Emeritus I, dann Papa Emeritus II, dann Papa Emeritus III und dann noch viele andere Namen) immer so komisch breitbeinig dastand und mit den Hüften kreiste, als ob die Kakerlake einen Liebestanz aufführen wollte. Gegenüber dem Publikum.

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Sehr auffällig war seine Aussprache: Als er das gefühlt tausendste Mal „You like it, Schwitzerland?“ fragte, ist mir erst aufgefallen, dass er tatsächlich immer „Schwitzerland“ sagte. Kurzum: Die ersten zwei, drei Songs waren ein bisschen so:

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Der Misch-Mann musste mit etwas Verspätung meine Gedanken gehört haben. Er hat dann ab dem dritten Stück lauter gemacht. Und der Bass fing an zu dröhnen. Endlich!

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Ab dann wars geil. Das Publikum kam in Stimmung, Ghost bretterten los und je dunkler es wurde, umso besser fühlte sich das Konzert an. Irgendwann hat sich der Cardinal (oder ein anderes Bandmitglied, das wissen wir leider nicht so genau, denn die Bandmitglieder sind Nameless Ghouls und tragen eine silberne Maske und der Cardinal ist ja im ganzen Gesicht geschminkt) als Papst verkleidet und ein sauberes Saxophon-Solo aufs Parkett gelegt. Yeah!

Leider wars dann aber auch schon bald vorbei.

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Viele Leute nutzten die Pause als Pinkelchance und überbrückten die Zeit, bis Metallica auftraten, mit viel Bier. Dazwischen hat einer in einer Gruppe vor uns die Hosen gewechselt und ein anderer drängte sich direkt vor unsere Nase. Der Drängler hatte ein grünes, flauschiges Förster-Vlies an (das, das viele Jäger tragen) und ein passendes Baseball-Cap. Ich (leicht angeschwipste, dumme Sprücheklopferin) fragte ihn: „Bisch du ä Jäger?“ und er so: „Nei, ich bi dä Jens!“. Okay, Jens war offensichtlich kein Jäger, auch wenn sein gesamter Kleidungsstil darauf hinwies. Und der Jens entpuppte sich als angenehmer Konzert-Nebeneinandersteher.

Das Letzigrund war mittlerweile bumsvoll, und auch wir kamen dem Voll-Sein immer etwas näher. Kurz vor 20 Uhr traten Metallica auf die Bühne. Das Publikum war hin und weg und alle schienen ziemlich geflasht zu sein.

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Als sie „The Usurper“ von der legendären Schweizer Metalband „Celtic Frost“ spielten, waren die Schweizer Patrioten total begeistert. Es konnte nur noch besser kommen.

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Ab hier war alles obermegacool. Hammerstimmung, coole Bilder, die über die riesigen Bildschirme flackerten, absolut perfekte Show und das, ohne nachzulassen. Bei „Master of Puppets“ ging jeder ab, vor uns bildete sich ein Circle Pit, Bier wurde verschüttet und es wurde gefeiert. Auch ein kurzer Regenschauer konnte die Stimmung nicht trüben. Feuerwerk und Lasershow unterstützen das Konzert.

Etwa nach zwei Stunden blendeten die riesigen Bühnenbildschirme in einem seltsamen rot. Die Schweizer Flagge wurde gezeigt und mittendrin das Metallica-Logo. Nochmals ein Jubelgrund für alle Schweizer im Stadion.

Der Frontmann James Hetfield sang bis zum Schluss, ohne auch nur den Eindruck zu erwecken, er wäre müde oder seine Stimme würde nachlassen. Immerhin, Metallica spielte zweieinhalb Stunden durch. Das muss mal einer nachmachen. „Enter Sandman“ sorgte für den gebührenden Abschluss.

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GUESTLIST: Aline Hug, Nidwaldnerin in Bern, geht stets all in – das passt zum Namen wie ein Stempel auf die Stirn. Die Helden: Lemmy Kilmister, Jimi Hendrix, Jim Morrison. Mag: Konzerte, CDs, unangebrachten Humor, viel Metal. Und viel Nicht-Metal. Und so.

 

(Konzertfoto: Aline)

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