Monsieur le président

Eh oui, heute sind mal wieder élections, diesmal en France, Herr Macron gegen Madame Le Pen, un homme et une femme.

Normalerweise wären wir ja eher für eine Madame, aber pas de règle sans exception. Drum, liebe voisins, s’il vous plaît, allez voter. Ihr habt ja noch den ganzen Tag le temps. Zur Inspiration ein paar chansons françaises, très interessantes, en effet:

    • Jacques Dutronc – Paris, s’éveille (1968): Frankreich, erwache! Das Lied wurde während den Studentenprotesten im Mai ’68 zur inoffiziellen Hymne.
    • Stephan Eicher – Déjeuner en paix (1991): Die Welt ist schon grausam genug, lasst uns wenigstens in Ruhe frühstücken.

Eugène Delacroix

    • Renaud – Le Déserteur (1983): Im Original von Boris Vian (1954), ist die Version von Renaud wohl eine der bekanntesten. Ein Soldat erklärt in einem Brief an den Präsidenten, weshalb er dem Einberufungsbefehl nicht Folge leisten wird. Die aufstrebende nationalistisch-populistische Partei Union de défense des commerçants et artisans (UDCA, dt. Union zur Verteidigung der Händler und Handwerker) , deren Mitglied der junge Jean-Marie Le Pen war, protestierte gegen das pazifistische Lied und nach mehreren Eklats wurde das Lied durch französische Behörden zensuriert.
    • Franz Hohler – Der Dienschtverweigerer (1973): Hohler hat 1973 das Lied Le Déserteur ins Schweizerdeutsche adaptiert. 1983 hatte er es für eine Folge der Sendung Denkpause eingeplant, doch der Sender strahlte diese nicht aus. Woraufhin Hohler aus Protest beschloss, keine weiteren Sendungen zu gestalten.
    • Noir Désir – Un Jour en France (1996): Es ist natürlich fraglich, ob man Noir Désir überhaupt noch irgendwie erwähnen soll, darf. Aber wir sind weder Richter noch Henker. Vor der tragischen Nacht in Vilnius 2003 haben Noir Désir die Musik in Frankreich entscheidend mitgeprägt. Un Jour en France handelt vom Frankreich der 90er Jahre.
    • Raphaël – Schengen (2005): Beschreibt die Gefühle eines Immigranten ohne Papiere und die zunehmenden Probleme nach der Schliessung der Grenzen im Schengen-Raum.
    • Carla Bruni – Little French Song (2013): Madame la présidente, die (ehemals) schöne Carla, Frau Sarkozy singt und spielt Gitarre. Leidenschaftlich hübsch.
    • Stromae – Papaoutai (2013): Oui, oui, je sais, un bèlge. Aber die grosse Frage sei erlaubt, Papa Le Pen, outai ? Eingesperrt in einem Keller mit Maulkorb?
    • Yannick Noah – Ma colère (2014): Genau, der charismatische Tennisspieler mit der unverkennbaren Zahnlücke. Der macht seit einigen Jahren mehr oder weniger erfolgreich Musik, hier sogar politisch motiviert. Le Pen fands nicht so berauschend.
    • Darcy feat. Kemar (No One Is Innocent) – La Marine (2017): Ganz klar meine Entdeckung während der Recherchen. Wäre es nicht so tragisch, wäre es lustig. Headbangen zu NTP! NTP! NTP!

  • Images – Maitresse (1987): Herr Macron ist weniger kontrovers und weniger lang im Geschäft als Le Pen. Aber für Schlagzeilen sorgt auch er. Seine Frau ist ‚zig Jahre älter! Skandal! Sie war seine Maitresse! Scandaleux!
  • Macron, La Chanson! (2017): Naja. Wohl ein hilfloser Versuch der Gegner Macrons, ihn zu schwächen. Vous n’avez pas des meilleures idées?
  • Züri West – Crêpe (1994) : Meister der Coverversionen. Weshalb sie im Hidden Track Radiohead ausgerechnet auf französisch covern… euh, ben, je me suis trompé.

(Bilder: Screenshot Youtube.com/Wikipedia.com)

Tags:

Schreibe einen Kommentar