No e Römer, de gömer

Wir sind ja bekanntlich grosse Fans vom Rock Oz’Arènes. Wahre Liebe rostet nicht mal, wenn die Temperatur unter 10°C sinkt, und das Auto irgendwo in römischen Bädern steht.

Und deshalb gibt es auch nicht so viel zu melden. Weil wir ein bisschen unkritisch wurden, da oben, bei den Römern. Inmitten von Tausenden, die „Patriiick“ schrien.

Die Kamera gehört der wunderbaren Susanne Keller, ja, sie nimmt Aufträge entgegen.

Okay, wir sind jetzt auch ein bisschen verschossen in Patrick Bruel. Mehr hier. Auch wenn wir nachher das Auto zwischen irgendwelchen Römerbauten im Pflutsch suchen mussten.

Marilyn Manson nicht in Kallnach. Wir aber schon.

Am Donnerstag dann aber doch die Frage: Sind wir nicht einfach nur unkritisch, sondern vielleicht gar abgstumpft, langsam aber sicher konzertübersättigt, verwöhnt, arrogant – oder sind Headliner tatsächlich immer öfter weniger aufregend als die Kleingeschriebenen? Fangen wir mal ganz oben an … Marilyn Manson: Sicher kein Langweiler. Er hat sogar eine wahnsinnig einnehmende Art, Humor, und er verfügt über eine gewisse Attraktivität. Klar, er ist kein Bruel, aber er kann brüele, und das war an dem bestimmten Festivalabend ja das Hauptthema. Und trotzdem täuschten weder seine super Band, noch seine imposante Postur, noch seine laute Stimme, noch seine unterhaltsamen Einlagen darüber hinweg, dass die ganze Sache sbitzli einschläfernd war.

Sisters of Mercy – zu dem Thema können wir praktischerweise einen alten Text recyclen. Allerdings: Tonmässig hat sich was getan. Was den Rauch angeht: Sah aus wie eine gigantische Grillparty, aus der dann und wann eine Rakete hervorschiesst. Um es kurz zu machen: Wir habens nicht durchgestanden. Wir gingen Pommes Frites essen.

Und da war eben diese kleinere Bühne, mit den sogenannt kleineren Bands, den hiesigen. Da sahen wir Zeal & Ardor, ein extrem imposantes Gospel-Metal-Projekt mit einer beeindruckenden Geschichte dahinter. Allerdings nicht lange, weil wir so oft bislen mussten bei den niedrigen Temperaturen und dem eiskalten Bier.

Früher am Abend, als es uns eigentlich noch mehr um den Merch-Stand als um sonstwas ging, schlugen wir am Konzert von The Souls geradezu Wurzeln. Das passt ja auch gut zu der Band aus Thun, die über so viel Bodenhaftung verfügt, dass es drin liegt, als Mitglied eher hyperaktiv oder auch in sich ruhend zu sein, geschminkt oder nicht, eher Hipster oder eher Hippie, mit Haaren rauf oder runter. Das einzige Tabu in The-Souls-Kreisen dürften breite Hosen sein. Wir werden bald mehr über sie schreiben, auch über ihre Musik, aber echt, wir müssen jetzt mal Sonntag machen.

Drum und weil wir uns ganz hervorragend amüsiert haben, einfach nochmal ganz schüüch: We really love you.

 

We love you, @wethesouls #rockettespace #pants #thevoice #enfrançent

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Alles in allem liess uns das Rock Oz’Arènes dieses Jahr also nicht kalt, aber so richtig warm wurde uns auch nicht.

(Bilder: Rockette)

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