Noise aus Fribourg

Am Samstag erscheint (endlich!) die neue Overdrive Amp Explosion EP „Bounds“. Die Platte mit sechs Songs wird gleichentags am Ort der Entstehung getauft. Nämlich im Bad Bonn. Jaja, where the hell is Bad Bonn, aber spätestens an die Bad Bonn Kilbi will dann wieder jeder Hipster hin. Item, Overdrive sind quasi Hausband im Bad Bonn, ganz sicher Hausfreunde, und für die neue Platte wurde das Kultlokal kurzerhand zum Studio umfunktioniert. Die EP (das Kürzel steht übrigens für „Extended Play“) habe ich nun ein paarmal durchgehört. Und bin erleichtert. Sowie OAE mit dem Bad Bonn befreundet sind, bin ich mit OAE befreundet, und da hört man mit diffusen Gefühlen mit. Die Band begleitet mich nun schon einige Jahre durch mein Leben, und dank der Freundschaft mit dem Singer-Songwriter Stephan Brüli Brühlhart verstehe ich zumindest ein paar Seisler Wörter. Nai gang i ai. Oder ui.

Overdrive Amp Explosion
Simon Fasel, Florian Marti, Stephan Brühlhart und Mathias Bieri

Erleichterung stellte sich vor allem deshalb ein, weil Overdrive Amp Explosion es für mich zum ersten Mal überhaupt geschafft haben, ihre unbestrittenen Qualitäten als Liveband auch auf einem Tonträger einzufangen. Bei ihren bisherigen Alben hatte ich stets das Gefühl, dass die Band ihr Potenzial nicht voll abrufen konnte. Zum Teil lag es wohl auch an der Produktion, die nicht passte. DIES IST JETZT ABER ALLES ANDERS. Und das freut mich sehr. Es wurde ja auch öppen Zeit.

Das Songwriting von Brüli ist wie immer top und die Produktion lässt den Instrumenten Raum. Mit Florian Marti sitzt ein Donnersgiel hinter den Drums, der mit seinem präzisen Spiel die Songs antreibt und dafür sorgt, dass der ROCK erkennbar bleibt. Gitarrist Mathias Bieri, welcher sich hörbar mit Sonic Youth, Neil Young und Explosion in the Sky geschult hat, sorgt dafür, dass das Ganze immer schön kratzig bleibt. Wunderbar herauszuhören am Schluss von „A Few Question to the World“, wo er gegen Ende klar den Neil Young gibt. Simon Fasel rundet mit seinem unaufdringlichen Bassspiel das Quartett ab.

Ja, und sonst? Ja, da war doch noch was? Genau: Brüli singt jetzt. Das ist zwar nicht neu, aber er singt definitiv mehr und mit mehr Selbstbewusstsein. Wo ich früher das Gefühl hatte, dass vor allem gelärmt wurde, damit er möglichst nicht singen muss, singt er jetzt. Vielleicht half ihm dabei auch sein Soloprojekt Lonesome Station, bei dem er mehr singt und so mehr Erfahrung aufbauen konnte (da fällt mir ein, diese Fribourger, ich interviewte vor Jahren mal Sänger Gustav, der den Brüli auch kennt, und der meinte damals auch, Brüli solle mehr singen).

An der EP gefällt mir also alles. Auch das spezielle Artwork von Philip Thöni. Schon nur dafür lohnt sich der Kauf des Vinyls. Die Musik macht Spass und Lust auf mehrmaliges Hören. Für Leute die unter Classic Rock eben nicht nur AC/DC und Konsorten verstehen, sondern eben auch Sonic Youth und Neil Young.

Brüli bloggt übrigens auch. Über die Mache der Platte. Hier.

Overdrive Amp Exposion: Bounds, out 8.4.2017

On Stage: 
08.04.2017 Bad Bonn (Düdingen) Album Release „BOUNDS“ w. the lonesome southern comfort company
22.04.201 RaBE Fest (Bern)
06.05.2017 La spirale (Fribourg)
30.06.2017 Schmittner open air (Schmitten) mit Züri West und Sepultura (was für eine Mischung)

 

Marcel

Marcel ist Rockette Man. Also liiert mit einer der Rocketten. Am liebsten schnurret er nur rein, aber da seine Rockette im Moment grad nicht so Zeit hat, muss er selber ran. Geschult durch die CD-Sammlung seiner Tante Käthi ist er musikalisch top qualifiziert (Guns’N’Roses, Hothouse Flowers, Depeche Mode, U2 uvm.) Er war Aftershow DJ von Rednex und Krokus. Ha. Ha. Und er hat Britney Spears auf zwei verschiedenen Kontinenten live gesehen. Das hat er nicht einmal bei Pearl Jam geschafft. Noch nicht.

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