Ein grosser Text und ein eher schlechter Trip

Ich sage es gleich: Die zwei Dingse, die ich loswerden will, passen gar nicht zusammen.

Erstens möchte ich euch einen Text aus dem Magazin ans Herz legen. Es ist sehr viel zu lange her, dass ich etwas gelesen habe, von dem ich mir gewünscht habe, es würde nie, nie, nie enden. Das Selbstporträt als Konsumist von Max Scharnigg war endlich wieder mal so ein Text, und ich habe ihn mir mittlerweile schon dreimal gegönnt. Sätze wie

Ich dachte zuerst, dass es nicht viel bräuchte, um gut zu leben. Eigentlich nur Bücher und Kaffee, Frauen und Musik. In dieser Reihenfolge.

liessen mich erst mal alles andere vergessen, Abschnitte wie

Serien funktionierten als Small Talk nun besser als Musik, mit der ging es bergab, sie wurde das erste Opfer der neuen Zeit. Seit wir sie uns nicht mehr im Plattenformat zuführten, wie es Generationen vor uns getan hatten, sondern als Gigabyte-Pakete, war die Sache dem Untergang geweiht. Meine schöne analoge Musiksammlung geriet schnell in ein unendliches Wirrwarr aus Rippings, Plattformen, Zugriffsberechtigungen und Systemen, verhedderte sich in Debatten um Downloads, Speicherplatz und MP3-Qualität, die letztlich die Lust am Musiksammeln zunichtemachten. Musik war immer in unendlicher Menge verfügbar, und deswegen war sie egal geworden. Heute schicken wir uns Links zu Youtube, wenn wir Musik meinen.

brachten mich zum Weinen. Scharnigg war mal Musikjournalist. Mehr will ich auch gar nicht mehr sagen, lest selbst (morgen kommt anscheinend auch sein Buch heraus, was wohl den gewählten Zeitpunkt für die Zeilen im „Magazin“ erklärt, vielleicht auch nicht). Ah ja, noch dies: Lieber Herr Scharnigg, schreiben Sie mal was für Rockette?  Sie würden uns sehr, sehr glücklich machen. Hier der ganze Text.

Zweitens: Wir Rocketten sind a) nicht mehr die Jüngsten (mit Ausnahmen) und b) deshalb stets auf der Suche nach Alternativdrogen ( zum Beispiel hier und hier). Wir haben grad gestern ein neues Müsterchen gefunden, aber Achtung: Es ist ein eher schlechter Trip (dabei haben wir Holly Miranda sonst doch sooo gerne!). Wem das nicht reicht, ein besonderes Zückerli hier.

Drittens (ja, hihi): Mein absoluter Lieblingssatz bei Rockette letzte Woche war „Echte Rockstars jassen.“ Wer diese echten Rockstars sind, lest ihr hier.

(Foto von Julian Baumann, geklaut auf scharnigg.de/bio)

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