Reibeisen statt Zuckerguss

Benutzen lassen will sich Andrina definitiv nicht mehr – aus dem Schweizer Popsternchen ist eine charakterstarke Rock-Röhre geworden, die nach ihrem Ausflug zu The Voice of Germany nun wieder mit ihrer Band zusammen auf der Bühne steht. Mit „Use me“ präsentieren Underskin den ihrer Meinung nach authentischsten Song bisher.

Damals… (Foto: hitparade.ch)

Wie, das ist die kleine Blonde aus Gossip Girl? – Noch heute muss sich Taylor Momsen diese Frage gefallen lassen. Dabei ist die kleine blonde Amerikanerin mittlerweile ziemlich gross geworden und haut mit ihrer Reibeisenstimme die stärksten Männer aus den Socken. Ähnlich dürfte es auch Andrina gehen: Die Schweizerin galt einst als die Nachwuchs-Pophoffnung der Schweiz: Von Kindesbeinen an professionell vermarktet, mit 13 den ersten Plattenvertrag in der Tasche und mit 15 mit DJ Bobo auf Tour. Mit Taylor Momsen hat sie nicht nur die Kinderkarriere gemeinsam – beide haben sich mittlerweile zu authentischen Rockerinnen gemausert. Und auch in Sachen Reibeisenstimme steht Andrina der Amerikanerin in nichts nach.

Wer die Schweizerin heute sieht, kann kaum glauben, dass sie einst in Glitzerkleidchen süsse Popsongs geträllert hat. Die zierlichen Arme sind heute mit Tattoos verziert und eine Rockband stärkt der Zürcherin auf der Bühne den Rücken – mit Roman und Buddha zusammen rockt Andrina unter dem Bandnamen Underskin die Schweiz.

2016 war sie aber kurzzeitig noch als Solo-Act auf der „The Voice of Germany“-Bühne zu sehen – für viele, die das süsse Popsternchen von früher kannten, der Moment, der das Bild von Andrina neu definiert hat. Mit Powersongs wie „Heavy Cross“ von Gossip überzeugte die Sängerin bis in die Sing-Off-Runde die Jury, vor allem ihren Coach Samu.

..und heute: Andrina hat zu sich und damit auch zu ihrer Band gefunden. (Foto: Michael Buzek )

Dass es mit der „The Voice“-Karriere nicht geklappt hat, ist gut, sehr gut sogar. Die Zürcherin gibt auch unumwunden zu, dass sie niemals ihre Band aufgegeben hätte. Mit der medialen Präsenz als „The Voice“-Kandidatin im Rücken, präsentieren Underskin nun eine neue Single, die es in sich hat. Sie lässt die Frau erahnen, die schon viel erlebt hat. 

Nachdem sie mit 15 einfach mal ihre gerade Fahrt aufnehmende Karriere in den Wind geschossen hat, weil sie sich mit dem, was sie da singen sollte, nicht richtig identifizieren konnte, ist die 60-Prozent-Buchhalterin nun bei sich angekommen. Sie präsentiert sich erwachsener und kraftvoller als noch vor einigen Jahren, mit ihren ersten Singles, die sich in Richtung Rock orientiert haben. Ihre Vergangenheit als Popsternchen ist der Sängerin heute aber keineswegs unangenehm: „Das Ex-Pop-Jungstar-Ding und Underskin sind zwei komplett verschiedene paar Schuhe. Vor ein paar Jahren wurde ich auch noch viel mehr darauf angesprochen als heute. Ausserdem bin ich dankbar für all das, was ich erleben durfte – als Kind, wie auch heute.“ 

Neben ihrem Job als Buchhalterin arbeitet Andrina als Vocal Coach und lebt mir ihrem Mann, einem Barkeeper, und der französischen Bulldogge Pichu in Zürich. Dass sie nicht nur in ihrer Karriere, sondern auch als Mensch schon viel erlebt hat, lassen die nachdenklichen Zeilen der neuen Single, die ab sofort digital erhältlich ist, erahnen:

„’Use me as your target, keep me as your armor, kill me even harder‘ beschreibt für mich eine Ansage an psychische und physische Krankheiten wie auch an die Menschen, die diese verursachen können. So quasi ‚ihr könnt mir antun was ihr wollt (kill me even harder) – am Ende bin ich die Stärkere‘. Ich denke, eine meiner Hauptinspirationen für die Single war die Zeit, die ich im Krankenhaus verbracht hatte, als bei mir Krebs diagnostiziert wurde.“

Mit der Single „Use me“ erscheint heute auch das brandneue Video von Underskin.

Auch musikalisch haben sich Underskin mit „Use me“ deutlich weiterentwickelt: „Wir haben für die Single zum ersten Mal mit elektronischen Elementen gearbeitet, was für mich vor ein paar Jahren noch unvorstellbar gewesen wäre. Meiner Meinung nach ist ‚Use me‘ nun aber der authentischste Song, den wir je hatten“, so Andrina. 

Out now! Reinhören lohnt sich. 

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