Schätzeli Blunt redet um den Whirlpool rum

Fast vergessen: Vor dem entzückenden James-Blunt-Konzert in Avenches hatten wir ja noch ein Rendez-vous mit ihm (er spricht jetzt auch französisch, imfall). Also, als er endlich mit Essen fertig war.

Haben wir schon mal erwähnt, dass wir das Rock Oz’Arènes liiiiiieben? Selbst wenn man jedes Mal sein Auto suchen muss, wenn man heim will, weil es zwischen irgendwelchen Römersteinen steht? Und die WCs an einem komischen Ort liegen, ach, alles egal, weil: Es gibt nichts Entspannenderes als einen Abend in Avenches.

Das heisst, doch. Einen Abend backstage in Avenches, aber so weit sind wir noch nicht, wir durften nur kurz rein, weil Blunt, James Blunt, erwartete uns um sieben Uhr. Dachten wir. Herr Blunt war noch am Essen, als wir auftauchten, auch egal, so konnten wir uns in Ruhe überlegen, wie wir ihn dazu bringen würden, mit uns in den Whirlpool zu steigen, der dort herumsteht.

Eventually kommt er, und entschuldigt sich, dass er uns hat warten lassen, uns ist das schnuppe, wir fragen mal höflich, ob das Essen gut gewesen sei (und planen den Whirlpool-Aufenthalt).

Ja, klar. Ich esse aber auch nur Kaviar, Lobster und Champagner.

Hihi.

Nein, I’m joking. Ich esse, was ich bekomme, ich bin ein Ex-Soldat.

Ja, ja. Loset Sie mol, letzthin sagte ein Schweizer Rapper, er trinke am liebsten Weisswein auf der Bühne, müsse allerdings immer rülpsen (das war Greis, in der SonntagsZeitung. Das sagen wir James Blunt allerdings nicht. Alles hat schliesslich seine Grenzen). Was trinken Sie?

Ach, was es halt gibt. Keinen Alkohol. Ich will einen klaren Kopf haben auf der Bühne.

Wir glauben, es war dann Cola, später am Konzert. Dann sagt er ein paar Dinge über sein Publikum (weiblichmännlich zu gleichen Teilen, behauptet er), und worüber er singt, Liebe, Krieg, Abhängigkeiten, Tod etc. Es ist ein bisschen langweilig, aber das liegt selbstverständlich nicht an James Blunt. James Blunt ist super, sondern an uns, weil wir uns die Sache mit Whirlpool durch den Kopf gehen lassen und nur Fragen zum Überbrücken stellen. Er liebt Interviews, das merkt man, wie ein Tennisspieler wartet er auf einen Input, um dann zurückzuschlagen. Oder vielleicht ist das falsch. Ist irgendwie mehr Badminton, weil ein Gespräch mit ihm ist federleicht. Wäre James Blunt ein Festival, wäre er das Rock Oz’Arènes (das musste ja kommen, gell?)

Wir müssen immer weinen bei „Goodbye My Lover“. Geht das dem Konzertpublikum auch so?

Ja, es gibt schon Momente richtiger Traurigkeit. Aber das ist ja die Idee von Musik. Das Publikum soll berührt werden. Manchmal lachen die Leute am Konzert auch Tränen. Hauptsache, sie fühlen was. 

Aber es gab schon Konzerte, an denen sich niemand rührte?

Nein. Aber es kommt drauf an, wo man ist. Nordengland ist zum Beispiel viel einfacher zu packen. Im Süden kriegt man sie nicht so schnell. Alles andere wäre ja aber langweilig. Ich will jedes Mal herausfinden, was für Charaktere ich vor mir habe.

(Ha! Badminton-Spiel!)

Es ist ja eigentlich bizarr, wie man Musikstars anhimmelt. Wir sollten Ärzte, Krankenpfleger und Lehrer genau gleich abfeiern, die leisten mehr als Musiker. Ich fühle mich eher unwohl als Berühmtheit.

When the band get to the cake before you do…

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Sind darum Ihre Twitter- und Instagramprofile so wahnsinnig cool? Weil Sie gar nicht berühmt sein wollen?

Also, Social Media ist ja die seltsamste Umgebung, in der man sich aufhalten kann. Diese Erweiterung deines Egos, deines Lebens, deiner Meinungen. Es ist sehr schräg, zu denken, irgendjemanden interessiere, was du denkst. Früher sagten uns die Eltern: Sprich, wenn du etwas zu sagen hast, wenn nicht, sei einfach still. Dann erfand jemand Twitter und behauptete, deine Meinung ist wichtig. Das ist Blödsinn. Ich lache lieber über mich selber.

Ach, so ein Schätzeli. Leider ist uns immer noch nicht die zündende Idee gekommen wegen dem Whirlpool. James Blunt lebt ja in Ibiza (im Sommer) und in Verbier, und in seinem Pub in London und sagt jetzt gerade:

Jeder Popstar sollte ein Pub besitzen. 

Aha. Warum?

Weiss nicht. Das ist eine Regel. Wie jene, dass jeder Popstar Sonnenbrille trägt in geschlossenen Räumen. 

Ohne Sonnenbrille.

Und das wars dann auch schon. (Gut, wir redeten noch ein wenig über Ed Sheeran, und James Blunt tat uns den Gefallen und brachte den Witz noch einmal, dass er ihm (Ed) skifahren beigebracht hat, und er (Ed) ihm (James) das Songschreiben), schenkten ihm einen Rockette-Kleber, der dann nirgends auftauchte beim Konzert, und liefen am Whirlpool vorbei, zurück aufs Gelände.

Das nächste Mal. Eventuell gibt es ja in Verbier eh die schöneren Pools.

(Fotos: Instagram/Rockette)

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