Schweizer Debüt, made in Iceland

Ihr Musikgeschmack hat die Zürcherin Manon nach Island geführt. Dort verliebte sie sich in die Natur und Kultur der Insel und dort nahm sie auch ihr Debütalbum „Streams“ auf, das heute erscheint.

Manon ist das Soloprojekt der Zürcher Sängerin und Komponistin Manon Schlittler. Begonnen hat alles 2015 mit der EP „Wild Heart„. Heute veröffentlicht Manon ihr erstes Album. In Zürich komponiert, wurde „Streams“ in den Greenhouse Studios in Reykjavik aufgenommen. Dort arbeiteten neben The XX oder Damien Rice auch schon einheimische Künstler wie Sigur Ros und Björk. Die Musik dieser beiden hatte es Manon schon lange angetan und lockte sie vor gut sieben Jahren zum ersten Mal ins ferne Island: „Mir wurde erst bei Recherchen bewusst, dass viele Musiker, die ich bewundere, wie Sigur Ros, Björk, Emiliana Torrini oder Soley, aus Island kommen“, erzählt Manon. 

Auf den Spuren ihrer musikalischen Vorbilder verliebte sich Manon schliesslich auch in die isländische Natur und Kultur: „Bin ich in Island, weiss ich plötzlich wieder ganz genau, was ich will und was mir wichtig ist. Das liegt möglicherweise daran, dass dort noch vieles sehr ursprünglich ist.“ Klingt nach dem idealen Umfeld, um der Kreativität freien Lauf zu lassen. Und genau das taten Manon und ihr Team dann im Studio – mit dabei auch isländische Musiker am Flügel und Kontrabass.

Einen kleinen Einblick in ihr Schaffen vermittelt das folgende Video: 

Manon scheint im Studio ganz bei sich und ihrer Musik zu sein, quasi die Ruhe selbst. Ja, so muss es gewesen sein. Auch wenn ich es jetzt nicht im Video mit eigenen Augen gesehen hätte, wäre ich davon felsenfest überzeugt. Man spürt es einfach. Die Schönheit dieses Debüts liegt in seiner Sanftheit. Musik zum Runterkommen, Entschleunigen und Abdriften. Kontrastreiche Klangwelten treffen auf Manons Engelsstimme und fügen sich zu einem in sich stimmigen und doch spannenden Ganzen zusammen. 

Der Song „Floating“ etwa, beginnt düster. Ich stelle mir ein kleines hölzernes Boot, nachts auf schwarzer See vor, nur von einer Laterne beleuchtet. Die Klangwelt empfinde ich als kraftvoll und auch bedrohlich, aber auf eine anziehende Art und Weise. Versteht ihr, was ich meine? Egal. Am besten hört ihr es euch ohnehin selbst an und malt euch euer eigenes Bild dazu. 

Im Song „Girls“ erzählt Manon eine Geschichte aus ihrer Kindheit. Hauptakteure darin ihr damals vierjähriges Ich, ihre Zwillingsschwester, ein brennendes Sofa und ein gebrochener Zeh. Wer in dieser Tragödie die entscheidende Rolle spielte, bleibt laut Manon bis heute ungeklärt. 

Den Titel „Fragile“ möchte ich an dieser Stelle gerne für den Soundtrack der nächsten Staffel Stranger Things vorschlagen. Kann ich mir perfekt für die Reise zwischen den Sphären oder Welten vorstellen. 

MANON: „Streams„, out 

LIVE: 26.10.19, Jesca Hoop Support / El Lokal, Zürich; 01.11.19, Musik im Pavillon / Pavillon Stockargut, Zürich sold out; 02.11.19, Fabrik Sessions / KUFA, Lyss; 16.11.19, Streams & Currents / Esther Rieser Atelier, Zurich; 22.11.19, Streams & Currents / Reflector Gallery, Bern

(Foto: Manon; GIF: giphy.com)

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