Songs auf dem Seziertisch

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Heute mal was Anderes: eine Podcast-Empfehlung. Seit einiger Zeit höre ich „Song Exploder“, eine wunderbare amerikanische Radiosendung, die man beispielsweise via Podcast-App auf dem iPhone abonnieren kann. Darin nehmen Bands ihre eigenen Songs Stück für Stück auseinander, erklären deren Entstehungsgeschichten, manchmal einzelne Tonspuren, den Text. Die Interviewten reichen von Björk über Weezer und The National bis zu U2, und als Freundin des Profitums mag ich es sehr, wie sich die Sendung anfühlt, als würde man hier Musikern im Studio zuschauen.

Die Kehrseite dieser Unaufgeregtheit ist, dass dieser Podcast meine romantische Vorstellung zerstört hat, jedes Lied sei aus einem Stück herausgerissener Seele des Songschreibers entstanden – Musik ist in den meisten Fällen einfach: Arbeit. Ein Produkt. Ein Produkt vieler Zufälle und Einflüsse und Inspirationsfetzen.

Manchmal kann die Erklärerei im Podcast auch ein wenig langweilig werden, etwa, wenn die Musiker schildern, wie welcher Ton und welches Instrument hinzugekommen ist und wie das aufgenommen wurde. Jemand anderes findet das zwar bestimmt spannend. Ich hingegen mag es, wenn ich erfahre, wie der Song inhaltlich entstanden ist, welche Geschichte dahinter steckt. Wie bei Courtney Barnetts „Depreston“, das sie nach einer Hausbesichtung in Preston, einem Vorort Melbournes, schrieb. Sowieso ein super Song.

Aber was mir am meisten bleibt und sich durch fast alle Episoden zieht: wie leicht manche Songs offenbar zu schreiben sind und wie schwer aufzunehmen. Richtig gute Ideen kommen ganz leicht zur Welt, die Umsetzung ist dann oft eine schwierigere Geburt.

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