Hört. Hin.

Es ist seltsam mit Spain: Man möchte gerne anstossen, jetzt nicht im Sinne von Alkohol, sondern von anschubsen, drängen, vorwärts treiben, irgendetwas tun. Das neue Album hören bedeutet wieder einmal sich in Geduld üben. Denn gibt man sich hinein, merkt man: Das ist schon richtig so, diese schleppenden Töne, diese Melodien, die sich im Nirgendwo zu verlieren scheinen, diese scheppernden Wiederholungen.

Spain, die Band, das ist eigentlich Josh Haden, und deshalb sieht man auf dem Cover von „Carolina“ auch nur ihn. Er ist ein „Sohn von“, sein Vater war der legendäre Jazz-Bassist Charlie Haden. Und „Carolina“ das erste Album seit dessen Tod vor zwei Jahren. Hadens Songs sind immer persönlich und einnehmend, sie eignen sich für viel (das fand ja auch Johnny Cash, der ihn coverte) und dann wieder für wenig. Wie ich das meine? Hört (genau) hin! Zwar gäbe es viel zu erzählen – aber Geplapper passt einfach nicht zu diesem bodenständigen, ehrlichen Songwriting.

SPAIN: „CAROLINA“ out now (Glitterhouse Records)

Leider haben wir glorreich die Konzerte in der Schweiz verpasst, spainfully sorry. Aber die CD ist hier vielleicht fast wertvoller als ein Konzert, an dem geschnurrt werden würde.

(Bild: Presse)

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