Still sein mit Andrea Bignasca

Andrea Bignasca (oder: die verruchtesten Tessiner Stimmbänder) hat eben eine neue Single herausgegeben: „Lump in your throat“. Hier könnte der Bericht enden. Denn der Song klingt nicht nur so, nach Lump im throat, sondern hinterlässt auch so einen.

Abgesehen davon, dass mich Bignasca sehr an einen erinnert, der dieser Tage dick auftritt (habt ihr die Biographie von Springsteen gesehen, nein, in den Händen gehalten? Ist huere schwer! Wo soll man die lesen? Im Bett? Ich kriegte Daumenstarre), also, abgesehen davon, dass dieser Tessiner klingt wie das Arbeiterkind Bruce Springsteen, und das ist ja immer schön, wenn das jemand tut, berührt er mich sehr. Also, so richtig, im Sinne von, ich krieg nicht mehr so viel Luft, auch wenn ich einatme, schon wenn er die ersten Worte singt: „When that lump in your throat doesn’t go away by crying“. Und im Hals, also dort beim Rachen, macht sich so ein Druck breit, und ich möchte weinen kann gar nicht mehr sprechen. 

Dabei ist das noch nicht mal das berührendste Lied auf dem Album, das Bignasca im Frühling herausgegeben hat. „Gone“ ist auch so ein atemberaubendes.

Und hier ist deshalb die Berichterstattung zu Ende. Nicht, weil ich zu faul wäre, um das Album „Gone“ auseinanderzunehmen (den Gedanken trage ich seit Monaten mit mir herum), nicht, weil ich Liebeserklärungen abliefern würde wohl etwas unkritisch wäre, sondern, weil man sich Andrea Bignasca anders reinziehen muss. Vielleicht am besten an einem Konzert. Oder allein, wenn man nachher nicht sprechen muss. Sondern still sein kann mit Bignasca.


ANDREA BIGNASCA: „GONE“ (Radicalis)

KONZERTE: 07.10. Bluesfestival Frick Monti, 19.10. Schüür Luzern, 20.10. Kofmehl Solothurn, 28.10. Kaufleuten Zürich, 02.11. Casino Theater Zug, 05.11. Gianottis Winebar Pontresina, 06.11. Coq d’Or Olten, 26.11. Sternenkeller Rüti, 03.12. 8×15 Chollerhalle Zug, 07.12. Teatro Sociale Bellinzona, 08.12. Laura’s Pub Brugg, 19.12. Zauberwald Lenzerheide, 21.12. Café Bar Singer Basel.

(Bild: Press, Luca Sangiorgi)

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