Supersamstag @Gurtenfestival

Ich war ja nur zwei Tage auf dem Gurten, Freitag und Samstag. Und glücklicherweise kam die Krise vor dem Hoch.

Über den Freitag will ich wirklich lieber nicht gross reden. Ich habe unseren Telefonjoker Mario Batkovic und  Jazzberater Christoph Steiner zusammen auf der Bühne gesehen. Ist lange nicht mehr vorgekommen, und ich hab mich gefreut, dass die Show so lecker war. Den Gurtenburger für 31 Stutz könnte ich an dieser Stelle auch noch erwähnen. Der war mindestens 100 Mal besser als mein Gefühl, als ich mal kurz im Publikum von Züri West stand. Warum nur, Leute, wollt ihr nicht begreifen, dass die neuen Songs mit die schönsten sind? Und „I schänke dir mis Härz“ & Co. dann auch mal passé.

Über den Samstag sollte ich wohl besser gar nicht erst anfangen zu schreiben. Denn von diesem Trip bin ich immer noch nicht ganz heruntergekommen. Kate Tempest. Kate Tempest! Kate Tempest!! Sie ist die erste nach dem kühlen Wind, die es am Gurtenfestival geschafft hat, bei mir Hühnerhaut zu erzeugen. Und das bloss in Socken. Ihr Auftritt war nichts als grossartig. Ich bin mir allerdings nicht ganz so sicher, ob das einige andere auch so gesehen haben. Ihr Drummer zum Beispiel. Der hat das Publikum zum Schluss eine Art luftabgeknallt. Vielleicht wars ja auch britischer Humor, mir wei nid grüble.

Kate Tempest und der gefährliche Drummer

Davor, danach, wir haben dieses Jahr ganz viele Interviews gemacht. Und die auch gefilmt. Von dem Treffen mit der Berner Neonkünstlerin Jessiquoi gibt es zu unserer Überraschung sogar ein kleines Making-of.

Apropos Jessiquoi. Abgesehen von LP, Lissie und Kate Tempest haben wir fast alle weiblichen Acts zum Gespräch getroffen. Also gefühlt: zwei. Doch wir wollen nicht jammern, weil an einem Festival mal wieder viiiiiel weniger Frauennamen im Programmheft standen. Das ist nicht unser Stil, und wir lieben ja Männerbands. Aber wir wollen bluffen, denn die Hampfele Frauen, von denen wir einige selber sahen und andere durchs Hörensagen mitbekamen, waren alle richtig richtig gut. Wää, da muss ich grad an Fritznznz Kalkbrenner denken. Der war das Gegenteil.

Death by Chocolate: So good it practically sells itself.

Nach dem Treffen mit Bonaparte (lustigerweise war auch sein Gewissen, Cédric Monnier, wieder dabei – vielleicht als Stellvertreter für Alain Berset?) haben wir, also Mel B und ich, den Laden dicht gemacht. In Anbetracht des Videos, das wir noch veröffentlichen werden, könnte man uns allerdings unterstellen, wir hätten ihn schon vorher dicht gemacht.

So oder so: Nach getaner Arbeit haben wir aus guten Gründen (Death by Chocolate und Marteria) stundenlang vor Begeisterung rumgeschrien und getanzt. In der Mitte des Bonaparte-Konzerts taten uns die Knie schon so weh, dass wir uns die Nackten auf der Bühne vom VIP-Plätzli aus ansehen mussten. Das war so richtig anti anti.

(Bilder: Rockette)

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